Stand: 24.09.2020 13:41 Uhr

Cinema del Sol - Fahrradkino mit Sonnenenergie

von Miriam Stolzenwald

In Hannover und der Region ist zurzeit ein mobiles Fahrradkino unterwegs, das nur mit Solarenergie betrieben wird. Am Mittwoch waren die beiden "Kinobetreiber" Volker Stahnke und Thomas Läuger mit ihrem Cinema del Sol in der Gartenkolonie beim Kulturtreff Hainholz zu Gast. Praktisch: Das ganze Kino passt in zwei Fahrradanhänger, mit denen die beiden zum Veranstaltungsort fahren.

Einer der Betreiber des "Cinema des Sol" beim Aufbau. © NDR/ Miriam Stolzenwald Foto: Miriam Stolzenwald
Volker Stahnke beim Soundcheck. Das Mischpult hat er im Wagen.

"Also das ist unser Solarfahrradanhänger, unser Transportbehälter für alles, was wir fürs Kino brauchen", erklärt Volker Stahnke und ergänzt: "Da sind die Leinwand, der Projektor und die Lautsprecher drin. Und vorne haben wir das Batteriemanagementsystem: ein Photovoltaik-Modul mit 100 Watt und das speist dann direkt in den Akku vorne im Solarfahrradanhänger. Und dort wird dann die Energie abgezapft und auf eine Steckdose an der Seite gegeben. Da gehen wir dann mit unseren Geräten dran und können die Energie abzapfen."

Schlingen und Karabiner statt Samtsessel und Klimaanlage

Volker Stahnke und sein Kollege Thomas Läuger sind mitten im Aufbau für den Kinoabend - dieses Mal mit "Bohemian Rhapsody". Dafür haben sie die Solarmodule auf den Anhängern einen Tag in der Sonne aufgeladen. Die fünf mal drei Meter große Leinwand ist schon zwischen den Bäumen aufgespannt.

Eine Leinwand zeigt das Logo "Cinema des Sol" © NDR/ Miriam Stolzenwald Foto: Miriam Stolzenwald

AUDIO: Cinema del Sol - Fahrradkino mit Sonnenenergie (4 Min)

"Wir haben eine Seilspanntechnik", sagt Stahnke: "Oben mit Schlingen und Karabinern setzen wir uns Ankerpunkte, da wird dann das Seil durchgezogen und dann machen wir das Ganze mit einem Flaschenzug fest. So grob hängen wir sie dann auf 4,50 bis 5 Meter Höhe."

Entscheident ist der Beamer

Das "Cinema des Sol" während der Vorführung. © NDR/ Miriam Stolzenwald Foto: Miriam Stolzenwald
Nur auf Popcorn wartet man hier vergeblich.

Als nächstes kommt der Soundcheck. Damit darf Stahnke nicht zu früh anfangen, damit die Solar-Akkus nicht zu schnell leer sind. Währenddessen verlegt Thomas Läuger die Kabel für den Beamer. Den Lichtcheck für die Leinwand kann Läuger erst machen, wenn es etwas dunkler geworden ist - sonst sieht man nicht genug. Aber wie viel Solarenergie benötigt so ein Kinoabend eigentlich? "Es sind 1.500 Wattstunden, die wir hier rausziehen", erklärt Stahnke und führt fort: "Ein Föhn hat 700 Watt. Und wenn ich diesen Föhn eine Stunde lang laufen lassen würde, dann wären das 700 Wattstunden, die da rausliefen. Mit diesen beiden Fahrradanhängern könnten wir einen Föhn also über zwei Stunden betreiben."

Pause auf hawaiianisch

Langsam strömt das Publikum in den lauschigen Garten. Weil Volker Stahnke auch der Kontakt mit dem Publikum wichtig ist, gibt es zu Beginn immer eine kleine Tombola zum Thema Sonne. Dafür haben sich die beiden bunte Hawaii-Hemden übergezogen. Bevor es losgeht, noch eine kleine Ansage: "Deshalb machen wir immer eine kleine Pause zur Mitte des Films. Wir schalten dann um auf den anderen Anhänger. Danach geht’s dann aber auch schon direkt weiter."

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 24.09.2020 | 15:20 Uhr

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