Stand: 05.01.2018 11:11 Uhr

Zu viel Regen: Äcker und Plantagen unter Wasser

Es ist kein dramatisches Hochwasser, doch vielerorts in Niedersachsen lässt der Regen die Pegelstände steigen. Etwa den der Weser in Rinteln (Landkreis Schaumburg) und Hameln sowie an der Leine in Hannover-Herrenhausen und Neustadt am Rübenberge. In der Region Hannover sind einige Straßen wegen Überschwemmung gesperrt, ebenso in Braunschweig. Nur leichte Einschränkungen für die meisten - den Landwirten allerdings macht der viele Regen schwer zu schaffen.

Obstbäume dürfen nicht zu lange im Wasser stehen

Überflutete Felder, Wintergerste im Wasser und Äcker, in denen tonnenschwere Landmaschinen einfach nur noch versinken: Die Lage ist schlecht für die niedersächsischen Bauern. Im Alten Land etwa sind aus Weideflächen Seenlandschaften geworden, Apfelbäume stehen im Wasser. Die Bäume seien im Winter in der Vegetationsruhe, so Joerg Hilbers vom Obstbauzentrum Jork. Deshalb wirke sich das Wasser nicht unmittelbar aus. Es schade den Feinwurzeln der Bäume erst, wenn diese vier Wochen im Wasser stehen. "Dann fangen wir an, uns Sorgen zu machen." Einige Plantagen seien allerdings bereits seit gut sechs Wochen überschwemmt. Dort seien Landwirte dabei, das Wasser abzupumpen. Würden Feinwurzeln beschädigt, könne sich das im Frühjahr auf die Wasser- und Nährstoffaufnahme auswirken, so Hilbers.

Schlechter Start für Saat

Auch für Ackerbauern geht das neue Jahr nicht besonders vielversprechend los. Es dürfe nicht mehr viel Regen kommen, damit die Landwirte im Frühjahr überhaupt mit der Feldarbeit beginnen könnten, sagte eine Sprecherin des Landvolks Niedersachsen NDR.de. Denn bis die überschwemmten Felder und Äcker wieder abgetrocknet und in einem "brauchbaren Zustand" sind, das dauere. Wie sich die dauerhafte Nässe auf das bereits im Herbst ausgesäte Getreide auswirkt, dazu könne noch nichts gesagt werden.

Weniger Gemüse geerntet

Schon das vergangene Jahr war für viele Landwirte nicht zufriedenstellend. Viele Bauern hätten Kartoffeln und Mais nicht vollständig abernten können, heißt es vom Landvolk. Die Böden seien einfach zu nass gewesen. Die Zuckerfabrik in Nordstemmen im Landkreis Hildesheim musste zwischenzeitlich ihre Produktion drosseln, weil die Bauern nicht genügend Zuckerrüben von den nassen Äckern ernten konnten. Auch die Verbraucher werden die Wetterkapriolen des vergangenen Jahres möglicherweise zu spüren bekommen: Nach Angaben des Landvolks lag die geerntete Menge von Tomaten, Gurken, Möhren und Salaten unter dem Durchschnitt. Wegen des kalten Frühjahrs seien kaum Bienen unterwegs gewesen. Dann habe der Nachtfrost das Obst und Gemüse geschädigt. Im Sommer folgte der Dauerregen. Allerdings hätten nicht alle Gemüse-Sorten unter dem schlechten Wetter gelitten: Die Kohl-Pflanzen fühlten sich bei der Feuchtigkeit offenbar wohl. Hier seien die Erntemengen teilweise überdurchschnittlich gewesen.

Sturmtief "Burglind" fegt durch Niedersachsen

Die Folgen von Tief "Burglind"

Schuld an den neuen Wassermengen auf den Feldern und in den Flüssen ist das Tief "Burglind". Am Mittwoch war es mit Sturmböen und Regen über Niedersachsen hinweggezogen. Auf der Insel Spiekeroog wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der Spitze eine Windgeschwindigkeit von 112 Kilometern pro Stunde gemessen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 05.01.2018 | 10:50 Uhr

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