Metallisch grün-glänzende Buchenstämme im Wald. © NDR Foto: Anja Deuble

Waldbesitzer warten vergeblich auf Fördergeld vom Bund

Stand: 10.10.2020 08:02 Uhr

Der Wald leidet unter Dürre, die Schäden sind immens. Die Bundesregierung wollte die Waldbesitzer unterstützen. Doch die Eigentümer warten seit Monaten vergeblich darauf, Geld beantragen zu können.

von Katharina Seiler

Denn die dürregeschädigten Flächen müssen dringend wieder aufgeforstet und Schadholz entfernt werden, sagt Petra Sorgenfrei, Geschäftsführerin des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen. Vielen Waldbesitzern fehle es an Geld, weil die Preise für Holz im Keller seien. Darum wäre das Geld aus der Waldprämie vom Bund dringend nötig, so Sorgenfrei. Die Bundesregierung hatte im Konjunkturpaket Anfang Juni dafür 500 Millionen Euro vorgesehen.

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Geld für Waldeigner mit wenig Fläche?

Doch die Hilfe kann nach wie vor nicht beantragt werden, weil sich Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundesumweltministerium seit Monaten nicht auf die Förderrichtlinie einigen können. Beide wollen zwar das Geld an eine besonders nachhaltige Forstwirtschaft binden. Doch das Umweltministerium will die Prämie darüber hinaus auch an diejenigen Waldbesitzer zahlen, die ihren Wald zehn Jahre lang gar nicht bewirtschaften. So sollen auch Waldeigener mit wenig Fläche Geld bekommen können.

Ein Kompromiss ist nicht in Sicht

Diese Idee lehnt das Bundeslandwirtschaftsministerium aber als ungerecht ab. Denn dann würde derjenige, der nichts in seinen Wald investiert, genauso viel bekommen, wie derjenigen, der ihn nachhaltig bewirtschaftet, heißt es aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht, so dass die niedersächsischen Waldbesitzer weiter auf das Geld aus der Waldprämie warten müssen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.10.2020 | 15:00 Uhr

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