Eine geflüchtete Familie kommt am Flughafen in Hannover an. © picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte Foto: Julian Stratenschulte

Von Durchreise keine Rede: Geflüchtete bleiben auf dem Land

Stand: 21.05.2021 09:27 Uhr

Die meisten Geflüchteten, die seit 2012 auf dem Land in Niedersachsen untergekommen sind, leben dort immer noch. Das hat eine Studie des Braunschweiger Thünen-Institut ergeben.

Demnach weist zum Beispiel der Landkreis Vechta einen Bleibeanteil von rund 75 Prozent auf. "Von Durchreise kann keine Rede sein", sagte der stellvertretende Leiter des Thünen-Instituts für ländliche Räume, Peter Mehl, bei der Vorstellung des Forschungsprojekts.

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"Engagement einzelner kann enormen Unterschied machen"

Landkreise und Kommunen seien sich ihrer Handlungsspielräume oft nicht bewusst, ergänzte der Politikwissenschaftler Hannes Schammann von der Universität Hildesheim: "Gerade in ländlichen Kommunen kann das Engagement einzelner Personen aus Politik und Verwaltung einen großen Unterschied machen." Typische Stolpersteine für ländliche Integrationspolitik sind laut Studie allerdings: Komplexe Verwaltungsstrukturen, die Ausrichtung von Fördermitteln auf urbane Regionen sowie eine fehlende Verknüpfung von ländlicher Entwicklungspolitik und Integrationsarbeit .

Voraussetzungen zum Bleiben: Sicher leben und Begegnungsmöglichkeiten

Die Aufnahmebereitschaft der lokalen Bevölkerung sei eine wesentliche Voraussetzung für das soziale Wohlbefinden der Geflüchteten vor Ort, so die Chemnitzer Migrationsforscherin Birgit Glorius. Laut Forschungen der Universität Erlangen-Nürnberg entwickelten Geflüchtete eine Bleibeorientierung vor allem dann, wenn sie sich vor Ort wohl fühlen, sicher leben können und Begegnungsmöglichkeiten mit der Lokalbevölkerung sowie mit anderen Neuzugewanderten vorhanden sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 20.05.2021 | 15:00 Uhr

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