Stand: 18.03.2020 07:59 Uhr

Viele Tafeln schließen wegen der Corona-Krise

Ein Schild "Lebensmittelausgabe fällt wegen Corona aus" steht auf der Eingangstür der Lebensmittelausgabe der Hannöversche Tafel. © dpa - Bildfunk Foto: Peter Steffen
Viele Tafeln - wie hier in Hannover - haben die Lebensmittelausgabe vorerst eingestellt.

Die Coronakrise wirkt sich massiv auf die Arbeit der Tafeln aus. 23 der insgesamt 106 Einrichtungen in Niedersachsen und Bremen haben in den vergangenen Tagen bereits schließen müssen. Der Grund sei der Schutz der meist älteren ehrenamtlichen Mitarbeiter und der vielen älteren Kunden, sagte der Landesvorsitzende Manfred Jabs. Nicht mehr geöffnet sind derzeit zum Beispiel die Tafeln in Oldenburg, Hannover, Lüneburg, Stade, Bremervörde oder Wilhelmshaven.

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Aufruf an ältere Schüler

Die Verantwortlichen suchen nun nach alternativen Lösungen. "Wir sind dabei, bei vielen Tafeln Notdienste zu organisieren, bis hin zum Lieferservice", sagte Jabs. Es gebe zahlreiche Menschen, die sich anböten, ihre alten Nachbarn zu unterstützen und die Ware für sie abholen. Einige Tafeln hätten zudem bereits einen Aufruf an ältere Schüler gemacht, ob diese nicht helfen wollen. "Denn junge Leute sind ja nicht ganz so gefährdet", so Jabs.

Teilweise limitierter Einlass

Bei den geöffneten Tafeln werden strenge Hygieneregeln beachtet. Einige Stellen haben die Ausgabe vor die Tür verlegt. Andernorts werden immer nur fünf Personen gleichzeitig hereingelassen, die Abstand zu den Ausgabetischen halten müsse. Waren gebe es derzeit meistens noch genug, sagte Jabs. Auch die Warenzentrallager des Lebensmittelhandels hätten Interesse daran, überzählige Lebensmittel an die Tafeln abzugeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 18.03.2020 | 17:00 Uhr

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