Eine Frau im Rollstuhl blickt auf den Maschsee. Auf dem Wasser spiegelt sich das Licht der Sonne. © picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte Foto: Julian Stratenschulte

Verbände: Menschen mit Behinderung verlieren in der Pandemie

Stand: 03.12.2021 19:27 Uhr

In vielen Lebensbereichen sind Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen weiterhin benachteiligt. Darauf weisen Verbände hin.

Friedrich Stubbe, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen, beklagte im Rahmen des Tag der Menschen mit Behinderung am Freitag, das beispielsweise gehbehinderte Menschen immer noch oft vor schier unüberwindbaren Hindernissen wie Treppen oder fehlenden Rampen an Bahnsteigen stünden. Dies sei ein Unding. Barrierefreiheit gehöre ganz oben auf die politische Agenda, "und zwar ohne Kompromisse, jahrelange Übergangsfristen und Einsparungen", sagte Stubbe.

Caritas befürchtet Nachteile bei Triage für behinderte Menschen

Die IG Metall Niedersachsen/Sachsen-Anhalt und der Fachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie wiesen zudem darauf hin, dass die Belange der Betroffenen während der Corona-Pandemie häufig vergessen würden. Die Caritas mahnte außerdem, dass dies bei einer weiteren Zuspitzung der Lage Folgen haben könnte. "Wenn es beispielsweise derzeit in Krankenhäusern praktisch zur Triage kommt, ist zu befürchten, dass Menschen mit Behinderungen von vornherein schlechtere Chancen haben", teilte der Verband mit. Bei einer Triage werden Dringlichkeit und Schwere der Erkrankung verschiedener Patienten durch die behandelnden Ärzte abgewogen.

In Niedersachsen leben nach Angaben des VdK knapp 800.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.12.2021 | 15:00 Uhr

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