Stand: 21.11.2019 15:28 Uhr

Schweinepest in Polen - Niedersachsen besorgt

Seit Langem zittern die Landwirte in Niedersachsen vor der Afrikanischen Schweinepest, die von Wildschweinen verbreitet wird.

Aufgrund neuer Fälle von Afrikanischer Schweinepest in Polen sind die Behörden in Niedersachsen in hoher Alarmbereitschaft. Agrarministerin Otte-Kinast rief heute die Landwirte dazu auf, wachsam zu sein. Ein Ausbruch der Schweinepest hätte in Niedersachsen dramatische Konsequenzen. Die Präventionsmaßnahmen sollten deshalb peinlich genau eingehalten werden, so Otte-Kinast zu NDR 1 Niedersachsen.

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Neuer Schweinepest-Fall nahe der deutschen Grenze

19.11.2019 19:30 Uhr
Nordmagazin

In Polen wurde nahe der deutschen Grenze ein zweiter Fall der Afrikanischen Schweinepest festgestellt. Viele Landwirte fürchten, dass auch in Deutschland die Seuche ausbricht. Video (04:39 min)

Sammelbehälter gegen die Pest

Nur 80 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt wurden in Westpolen mehrere tote, infizierte Wildschweine gefunden. Nicht nur in Polen, sondern auch in Belgien ist die Seuche bereits ausgebrochen. Damit die Seuche nicht nach Niedersachsen, dem Schweineland Nummer eins in Deutschland, kommt, stellen die Veterinäre des Landkreises Osnabrück zurzeit rund 20 Sammelbehälter auf. Jäger sollen Wildreste in diesen Behältern entsorgen. Bisher war es so, dass zum Beispiel Innereien oft im Wald liegen gelassen wurden. Das ist jetzt zu gefährlich. Sollten die Tierreste von einem infizierten Tier stammen, könne sich dadurch die Seuche weiterverbreiten, warnt der Sprecher des Lankreises Osnabrück Burkhard Riepenhoff. Die Behörde übernimmt die Kosten für die Behälter. Finden Jäger tote Wildschweine, sind sie dazu angehalten, den Fund zu melden. 50 Euro pro gemeldetes Tier zahlt der Landkreis als Aufwandsentschädigung. Zusätzlich werden erlegte Schweine mittels Blutproben auf die Afrikanische Schweinepest untersucht.

Sorge vor dem Ernstfall

Ein Ausbruch der Schweinepest hätte in Niedersachsen dramatische Konsequenzen. "Auf diesen Ernstfall sind wir seit langer Zeit vorbereitet", erklärte Otte-Kinast. Der Ernstfall hätte nicht nur das massenweise Töten von Wildschweinen zur Folge, sondern auch den Tod von Tausenden, womöglich Millionen Hausschweinen. Landwirte, deren Betriebe im Umkreis eines infizierten Tiers liegen, müssten ihren gesamten Schweinebestand keulen.

Hygienemaßnahmen zur Prophylaxe

Um das zu verhindern, weist das Agrarministerium alle Behörden und Verbände erneut auf das Einhalten von Hygienemaßnahmen hin. Bekämpfungs- und Prophylaxe-Strategien werden von einer Arbeitsgruppe kontinuierlich weiter entwickelt, so das Ministerium.

Für den Menschen ungefährlich

Die Viren der Afrikanischen Schweinepest sind für Wild- und Haustiere meist tödlich, Menschen können jedoch unbesorgt sein, da die Viren für sie ungefährlich sind.

 

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.11.2019 | 14:00 Uhr

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