Stand: 16.03.2020 14:17 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Schulen zu wegen Corona: Digitalunterricht erlaubt

Die Schulen in Niedersachsen bleiben nach jetzigem Stand bis einschließlich zum 19. April geschlossen. (Themenbild)

Seit heute sind in Niedersachsen Schulen und Kitas geschlossen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und dadurch das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Die Landesregierung hatte diesen Schritt am Freitag angeordnet. An einigen Schulen sorgte die Aussage von Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) für Irritationen, dass es keine landesweite Anweisung für Online- oder Digitalunterricht gebe. In einem Schreiben, das Tonne am Wochenende an die Schulleitungen im Land geschickt hat, stellte er jedoch klar, dass es sich dabei nicht um ein Verbot handelt. Schüler müssten nicht zwingend mit Arbeitsmaterial versorgt werden. Die Schulen hätten aber freie Hand, das zu tun. Eine Bewertung soll hingegen nicht stattfinden.

Tonne fordert Einzelfall-Entscheidungen

In einer Notsituation bedürfe es immer wieder pragmatischer Lösungen, heißt es in dem Schreiben. "Diese können häufig nur im Einzelfall gefunden werden." Tonne sprach den Schulleitungen und Lehrkräften sein "volles Vertrauen" und seine "Rückendeckung" aus, offene Fragen vor Ort zu klären und auch die erforderlichen Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus beantwortet der Kultusminister in dem Brief eine Reihe offener Fragen.

Antworten des Kultusministers auf offene Fragen

  • Zum Thema Abschlussarbeiten sollen die Schulen in den kommenden Tagen ein Erlass erhalten.
  • Für Abiturienten endet dieses Schulhalbjahr am 15. April. Arbeiten, die vor den Osterferien hätten geschrieben werden sollen, fallen aus. Die Endnote soll sich aus den bisher erbrachten Leistungen der Schülerinnen und Schüler ergeben - ohne dass ihnen dadurch ein Nachteil entsteht.
  • In Schulen und Kitas gibt es Notgruppen für Eltern bestimmter Berufsgruppen: Dazu zählen Jobs, die wichtig sind, um das öffentliche Leben, die Sicherheit und Versorgung aufrechtzuerhalten. Die Lehrkräfte sollen diese Notbetreuung in den Schulen gewährleisten.
  • Schulleitungen und Lehrkäfte befinden sich weiterhin im Dienst und erhalten ihre vollen Bezüge. Minusstunden sollen ihnen nicht angerechnet werden. Schulen haben jetzt die Möglichkeit, konzeptionell und inhaltlich zu arbeiten. Nicht jede Lehrkraft muss dafür in der Schule präsent sein. Angemessene Entscheidungen sollen die Schulen vor Ort selbst treffen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.03.2020 | 12:00 Uhr

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