Niedersachsen kommt beim Schienenausbau nicht voran

Stand: 02.03.2021 08:32 Uhr

In den vergangenen zehn Jahren sind in Niedersachsen rund viermal soviel Autobahnkilometer gebaut worden wie Schienenwege.

von Katharina Seiler

Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die NDR 1 Niedersachsen vorliegt. Konkret sind zwischen 2009 und 2020 311,4 Kilometer Bundesfernstraßen in Niedersachsen entstanden. Dagegen sind im selben Zeitraum nur 75 Kilometer Schiene neu gebaut worden.

Verband: Ausbau jetzt energisch vorantreiben

Für den Verband Allianz pro Schiene zeigt das, dass der Ausbau des Schienenverkehrs in Niedersachsen - aber auch in ganz Deutschland - viel zu langsam voran komme. So könne die Bundesregierung ihr Ziel nicht erreichen, dass die Bahn ihre Fahrgastzahlen bis 2030 verdoppelt und den Anteil des Güterverkehrs auf über 25 Prozent ausbaut, sagt Dirk Flege, Geschäftsführer von Allianz pro Schiene. Um dieses Ziel noch zu erreichen, müsse der Ausbau jetzt energisch vorangetrieben werden. Und es müsse jetzt vorrangig in die Bahn investiert werden.

Kindler: Es braucht eine "Schiene first"-Politik

Das sieht auch der Haushaltspolitiker und hannoversche Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler (Grüne) so. Er findet, Niedersachsen brauche angesichts der Klimakrise und eines bereits bestehenden dichten Straßennetzes keine neuen Autobahnen wie an der A20, der A39 oder der A33, sondern neue Schienenstrecken. Um den Deutschlandtakt zu verwirklichen - also um mehr Menschen und Güter auf die Schiene zu bringen -, bräuchte es eine "Schiene first"-Politik, sagt der Politiker.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.03.2021 | 08:00 Uhr

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