Stand: 09.04.2020 20:49 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Niedersachsen-Tourismus fürchtet Millionen-Minus

Der Tourismusverband fürchtet Millionenverluste und bangt um Hunderttausende Jobs in der Branche. (Themenbild)

Der Tourismusverband Niedersachsen hat zur Corona-Krise zusammen mit Unternehmern ein Sechs-Punkte-Sofortprogramm entwickelt. Das soll der angeschlagenen Tourismuswirtschaft im Harz, der Heide und am Meer helfen, die Ausfälle durch menschenleere Hotels, Restaurants und Ferienunterkünfte besser zu überstehen.

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Wirtschaftsminister Althusmann (CDU) bezeichnet die wirtschaftliche Lage des Landes als "unvermindert ernst". Claudia Schröder stellt eine überarbeitete Verordnung für Reiserückkehrer vor.

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Landkreis Friesland fürchtet Verlust von 860.000 Übernachtungen

Ein Beispiel ist das Wangerland. Das Ostergeschäft und der Saisonstart fallen komplett aus. Rund zwei Millionen Gäste übernachten normalerweise pro Jahr zwischen Schillig und Hooksiel. Am Ende der Corona-Krise könnte aber hier im Landkreis Friesland ein Minus von 860.000 Übernachtungen entstanden sein. Seit dem 18.März werde praktisch nur noch storniert.

Das Sechs-Punkte-Programm des Tourismusverbandes

  • Sonderhilfsprogramm Tourismus starten: Forderung nach finanziellen Soforthilfen in Form von nichtrückzahlbaren Zuschüssen auch für nicht-gewerbliche Unternehmer.
  • Jetzt erst recht - Offensivprogramm für Investitionen starten: Forderung nach einer Investitionsoffensive zur touristischen Infrastruktur und Erlebnisgestaltung sowie ein wirksames, zeitgemäßes Tourismusmarketing. Anpassung der Tourismusstrategie des Landes.
  • Tourismusförderrichtlinien des Landes anpassen: Forderung nach einer Bereitstellung von zinslosen Corona-Krediten und Absicherung, dass diese Maßnahme bei der Bonitätsprüfung von weiteren Kreditanträgen nicht angerechnet wird, Aufstockung der Eigenmittel durch das Land Niedersachsen sowie eine Korrektur der Projektzeiträume und Antragsfristen in den Richtlinien und Bewilligungsbescheiden.
  • Arbeits- und Fachkräfte im Tourismus sichern: Forderung nach schnellen und lösungsorientierten Maßnahmen, um die Erwerbstätigen im Tourismus effektiv zu unterstützen, beispielsweise durch eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes in Höhe von 80 Prozent des Regelgehalts.
  • Gesundheitsstandorte und Familien stärken: Forderungen nach Unterstützung für 31 Mutter-/Vater-Kind-Kurkliniken, die bislang nicht vom Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz und dem damit verbundenen Schutzschirm profitieren.
  • Wege nach der Krise - Exit-Strategie erarbeiten: Forderung nach einem Plan für eine stufenweise Lockerung der Regeln zu einem späteren Zeitpunkt, damit die Tourismuswirtschaft, der Einzelhandel und weitere stationäre Dienstleistungen unter der Einhaltung von Schutzmaßnahmen für die Gesundheit der Menschen wieder starten können.

Niedersachsen bangt um 293.000 Tourismus-Jobs

Der Tourismusverband fordert in seinem Programm, dass Gemeinden und Finanzämter den touristischen Betrieben möglichst rasch mit gestundeten Steuern und Abgaben helfen. Bei Miete, Pacht, Krediten und Leasingraten sollten Hotels und Restaurants ihre Vertragspartner und Banken ansprechen, um die Fixkosten zu strecken. Auch der kleine Fischimbissbetreiber müsse durchrechnen, wie und wo er staatlichen Hilfen bekommt und diese auch beantragen. Am Ende stünden in Niedersachsen insgesamt 293.000 Arbeitsplätze im Tourismus auf dem Spiel, so Sonja Janßen vom Tourismusverband Nordsee. Das Land müsse daher wegen der Corona-Krise auch ein Sonderhilfsprogramm für den Tourismus starten.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.04.2020 | 15:30 Uhr

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