Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 "Vorpommern" unterstützen im Landratsamt Vorpommern-Greifswald das Gesundheitsamt bei der Corona-Kontaktnachverfolgung. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Kommunen fordern stärkere Rolle der Bundeswehr bei Notlagen

Stand: 09.04.2021 14:54 Uhr

Die Kommunen fordern eine dauerhafte Rolle der Bundeswehr beim zivilen Bevölkerungsschutz. Anlass für die Überlegung: Pannen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

"Die Coronakrise hat deutliche Defizite in unserem System aufgezeigt", sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Die Pandemie sei aber nur eines von vielen vorstellbaren Katastrophen-Szenarien, die immense Folgen für Bevölkerung und kritische Infrastrukturen haben, sagte Landsberg. Es müsse festgelegt und erprobt werden, welche Rolle die Bundeswehr künftig dauerhaft im zivilen Bevölkerungsschutz spielen könne.

"Maskenkrise" hat Anfälligkeit gezeigt

Schwachstellen seien etwa die Digitalisierung in Gesundheitsämtern und Schulen. Zum "Modernisierungsschub" für den zivilen Katastrophenschutz gehöre neben einer dauerhaften Rolle der Truppe auch eine bundesweite zuverlässige Vorratshaltung von Einsatz‐ und Hilfsmitteln: "Diese müssen im eigenen Land vorgehalten werden, damit sich eine Maskenkrise wie zu Beginn der Corona-Pandemie nicht wiederholt", sagte Landsberg.

Tausende Bundeswehrsoldaten bereits im Einsatz

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Bundeswehr viele Kommunen unterstützt, etwa bei der Kontaktnachverfolgung. Im Februar waren etwa 4.000 Soldatinnen und Soldaten im Bereich des Führungsstabes West im Einsatz. Dazu gehören Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen-Anhalt. Insgesamt binde die Corona-Amtshilfe etwa 8.000 Bundeswehrangehörige in diesem Bereich, hatte der Kommandeur der federführenden 1. Panzerdivision in Oldenburg, Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart, damals gesagt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.04.2021 | 12:00 Uhr

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