Ein Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe nimmt für einen Corona-Test einen Abstrich von einer Frau © picture alliance/dpa Foto: Moritz Frankenberg

Hohe Inzidenz: Kommunen ziehen Notbremse - aber nicht alle

Stand: 22.03.2021 15:23 Uhr

Der Landkreis Emsland zieht angesichts der Zunahme der Corona-Infektionen die Notbremse. Von Mittwoch an gelten schärfere Kontaktbeschränkungen. Der Landkreis Cloppenburg wartet derweil ab.

Die Inzidenz liegt im Emsland seit Tagen über der Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Deswegen dürfen sich die Menschen im Landkreis nur noch mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen. Kinder unter sechs Jahren werden dabei jedoch nicht mit eingerechnet. Geöffnet haben ab Mittwoch zudem nur noch Grund- und Förderschulen. Alle anderen Schulen kehren zum Distanzunterricht zurück. Die Kitas im Emsland richten eine Notbetreuung ein. Er kenne die Betreuungsprobleme der Eltern, aber der Mechanismus des Landes lasse keine Alternative zu, sagte Landrat Marc-André Burgdorf (CDU).

Kaum Verstöße in Papenburg

Derweil halten sich die Menschen in Papenburg, wo die Inzidenz besonders hoch ist, offenbar weitgehend an die nächtliche Ausgangssperre. Die Polizei registrierte am Sonntag lediglich drei Verstöße. Insgesamt zählten die Beamten im Emsland und in der Grafschaft Bentheim nach eigenen Angaben 33 Verstöße gegen die aktuell geltenden Corona-Regeln. Im Raum Vechta/Cloppenburg wurden demnach rund 30 Verstöße registriert.

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Hotspot Cloppenburg plant noch keine Verschärfungen

Obwohl der Landkreis Cloppenburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 237 niedersachsenweit die meisten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche aufweist, plant der Landkreis zurzeit keine weiteren Einschränkungen wie etwa Ausgangssperren. Das teilte ein Kreissprecher am Montagvormittag auf NDR Anfrage mit. Allerdings sind solche Maßnahmen laut Landrat Johann Wimberg (CDU) auch "nicht ausgeschlossen". Cloppenburg gilt seit Langem immer wieder als Corona-Hotspot. Hintergrund sind unter anderem wiederholte Ausbrüche im Bereich der Fleischindustrie.

Landkreis Schaumburg nimmt Lockerungen vorerst nicht zurück

Im Landkreis Schaumburg steigen die Fallzahlen ebenfalls. Seit drei Tagen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei mehr als 100 Neuinfektionen. Dort hat der Krisenstab am Montag entschieden, die Lockerungen vorerst nicht zu kassieren. Die aktuellen Ausbrüche seien auf einen fleischverarbeitenden Betrieb und zwei Seniorenheime zurückzuführen, sagte Klaus Heimann, Sprecher des Landkreises. Man könne damit rechnen, dass die Zahlen auch wieder heruntergehen. Für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8 bis 11 bleibt es in der Region wie bisher beim Distanzunterricht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.03.2021 | 06:30 Uhr

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