Stand: 13.08.2018 10:04 Uhr

Schwarzes Wochenende für Flieger in Niedersachsen

Ein Flugschüler in Braunschweig sowie Großvater und Enkelin in Melle (Landkreis Osnabrück) am Sonnabend, zwei Menschen am Flughafen Münster/Osnabrück bereits am Donnerstag - insgesamt fünf Menschen sind in den vergangenen Tagen bei Abstürzen von Flugzeugen in Niedersachsen gestorben. Klar ist: Ein Zusammenhang besteht laut der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) nicht. Dennoch war es ein schwarzes Wochenende für die Flieger. "Jedes Unglück ist natürlich eines zu viel", so der Sprecher.

Flugschüler stürzt über Friedhof ab

Der letzte Absturz hatte sich am Sonnabend ereignet. Gegen 19.10 Uhr war ein 15 Jahre alter Flugschüler in Braunschweig mit seinem Segelflieger ins Trudeln geraten. Kurz darauf stürzte die Maschine des Jugendlichen auf einen Friedhof. Kurz vor dem Aufprall versuchte er offenbar noch, sich mit dem Fallschirm zu retten. Dieser öffnete sich jedoch nicht mehr - vermutlich wegen der geringen Flughöhe. Die Aufforderung zum Absprung mit dem Fallschirm hat der Jugendliche offenbar von seinem Fluglehrer erhalten. "Der Flugschüler hatte Steuerprobleme gemeldet, daraufhin gab der Fluglehrer per Funk Anweisungen, das Flugzeug per Fallschirm zu verlassen", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Aero-Clubs Niedersachsen, Günter Bertram. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Tötung aufgenommen.

Segelflug-Ausbildung ab 14 Jahren möglich

Nach Angaben der Polizei ist es jedoch nicht ungewöhnlich, dass der 15-Jährige alleine in dem Segelflieger unterwegs war. Im Alter von 14 Jahre könnten Jugendliche mit der Ausbildung beginnen, sagte ein Sprecher. Dabei seien mit Einverständnis der Eltern auch Alleinflüge unter Aufsicht eines Fluglehrers vorgesehen.

Motoraussetzer bei Unglück in Melle?

Wenige Stunden zuvor waren in Melle ein 74-Jähriger und seine 14 Jahre alte Enkelin tödlich verunglückt. Kurz nach dem Start war ihre Ultraleichtmaschine auf eine Landstraße gestürzt. Der Mann am Steuer - er galt als sehr erfahren - hatte zuvor offenbar noch eine Notlandung versucht. Möglicherweise hatte zuvor der Motor ausgesetzt.

FMO: Landebahn verfehlt

Bereits am Donnerstag war ein Flugzeug am Flughafen Münster/Osnabrück abgestürzt. Der Flieger war im niederländischen Lelystad gestartet. Bei der Landung verfehlte die Maschine die Landebahn und dreht sich auf den Rücken. Beide Insassen kamen ums Leben.

BFU ermittelt in allen Fällen

In allen Fällen ermittelt die BFU zu den Unfallursachen. Im Fall des Absturzes in Braunschweig konzentrieren sich die Ermittler auf ein möglicherweise nicht korrekt angeschlossenes Querruder. Doch endgültige Ergebnisse dürfte es hier wie auch in den anderen Fällen erst in ein paar Monaten geben.

Weitere Informationen

Tödlicher Unfall: Ermittlungen gegen Fluglehrer

In Braunschweig ist am Sonnabend ein 15-jähriger Flugschüler beim Absturz eines Segelflugzeugs gestorben. Die Maschine war ins Trudeln geraten und auf einen Friedhof geprallt. (13.08.2018) mehr

Großvater und Enkelin tot: Warum stürzte Flugzeug ab?

In Melle sind bei einem Flugzeugabsturz ein Großvater und seine 14-jährige Enkelin gestorben. Der Pilot galt als sehr erfahren. Die Ermittlungen der Absturzursache könnten bis zu einem Jahr dauern. (12.08.2018) mehr

Flugbetrieb nach tödlichem Absturz aufgenommen

Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs auf dem Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) ist der Flugbetrieb wieder aufgenommen worden. Bei dem Unglück kamen beide Insassen ums Leben. (10.08.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.08.2018 | 10:00 Uhr

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