Stand: 17.09.2020 10:21 Uhr

Niedersachsen hat nach Bayern am meisten Badetote

Die ehrenamtliche Rettungsschwimmerin Xenia und ihr Kollege Luca überwachen einen Badestrand an der Nordsee bei Schillig. © dpa/picture alliance Foto: Mohssen Assanimoghaddam
Die Nord- und Ostseeküste ist gut bewacht, hier kommt es seltener zu Badeunfällen als in Binnengewässern. (Themenbild)

In Niedersachsen sind bis Ende August 41 Menschen ertrunken. Damit hat das Land zusammen mit Nordrhein-Westfalen die bundesweit zweithöchste Zahl an Badetoten zu beklagen. Noch mehr Menschen ertranken in den ersten acht Monaten des Jahres nur in Bayern - dort waren es 68. Das geht aus der Sommerbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervor. Niedersachsen zählte damit genauso viele Ertrunkene wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In Schleswig-Holstein starben 23 Menschen beim Baden - und damit sieben mehr als im Vorjahr. In Mecklenburg-Vorpommern gab es 16 Badetote - neun weniger als 2019. Auch Hamburg hatte weniger tödliche Badeunfälle zu beklagen. Dort ertranken vier Menschen - sieben weniger als im Vorjahr.

Besonders viele Badetote im August

Bundesweit kamen bis Ende August 329 Menschen beim Baden ums Leben - 20 weniger als im Vorjahr. Allerdings ertranken allein im Monat August 117 Menschen (2019 waren es 45). Im Juni und Juli sei der Sommer etwas verhaltener gewesen, sagte DLRG-Präsident Achim Haag. "Die Statistik zeigt jedoch auch: Sobald es heiß wird, gehen die Leute - oft zu sorglos - ins Wasser". Ein Grund für die deutlich gestiegenen Zahlen bei gutem Wetter ist laut Haag die Corona-Pandemie. Viele Schwimmbäder seien geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet gewesen, weshalb sich viele Menschen Alternativen im Freien gesucht hätten.

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Küsten von Nord- und Ostsee gut bewacht

Als Ursachen für tödliche Badeunfälle nennt der Chef der Lebensretter: "Leichtsinn, Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft und insbesondere das Schwimmen in unbewachten Gewässern“. So bilden nach wie vor Seen und Flüsse die Unfallschwerpunkte. In den unbewachten Binnengewässern ertranken 287 Menschen - das sind 85 Prozent der Badetoten in Deutschland. Vergleichsweise sicher sind dagegen die Küsten von Nord- und Ostsee. Dort bewachen Rettungsschwimmer der DLRG an fast 90 Stationen die Strände. Bis Ende August ertranken 18 Menschen im Meer - vier in der Nordsee und 14 in der Ostsee. Das waren vier weniger als 2019.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.09.2020 | 07:00 Uhr

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