Stand: 03.12.2018 16:15 Uhr

DEA stoppt Erdgas-Erkundungen vorerst

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DEA will die geplanten Seismik-Messungen vorerst aussetzen.

Das Förderunternehmen DEA hat seine Pläne, in den Landkreisen Diepholz, Verden, Osterholz und Rotenburg nach weiteren Erdgas-Vorkommen zu suchen, vorerst gestoppt. DEA ziehe den Antrag auf die geplanten Seismikmessungen mit schweren Lkw im Januar und Februar zurück, sagte ein Unternehmenssprecher dem NDR. Das Unternehmen wolle jetzt zunächst die Fragen der Bürger und Politiker zu den Messungen beantworten. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) nannte das Aussetzen ein "wichtiges Signal" für die Region. Nach Informationen des NDR gilt allerdings auch: Durch die laufende Erdgasumstellung gilt das auch in den Landkreisen Diepholz, Verden, Osterholz und Rotenburg vermutete L-Gas (Low Calorific Gas) als Auslaufmodell. Bis zum Jahr 2030 soll bundesweit nur noch das aus Norwegen, Russland und Großbritannien stammende H-Gas (High Calorific Gas), welches beim Verbrennen mehr Energie freisetzt als das L-Gas, verwendet werden.

Kommunen untersagten Messungen

Für seismische Untersuchungen fahren schwere Messfahrzeuge die Straßen ab und senden Wellen in den Untergrund. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf mögliche Erdgas-Vorkommen zu. In den vergangenen Wochen hatte es wachsenden Widerstand bei den Bürgern wie auch in den Räten der Kommunen gegen die geplanten Messungen mit den sogenannten Seismik-Trucks gegeben. Mehrere Hundert Bürger waren jeweils zu Informations-Abenden der Bürgerinitiativen gegen die Bohrpläne gekommen. Mehrere Kommunen hatten dem Unternehmen untersagt, öffentliche Straßen für Messungen zu nutzen. Immer wieder kommt es in Erdgas-Fördergebieten zu Erdbeben.

Kreistag sollte sich mit Antrag befassen

Am Donnerstag wollte auch der Kreistag in Osterholz über einen solchen Antrag der DEA entscheiden - genauso wie über eine Resolution von SPD, CDU und Grünen dagegen. Ob es angesichts des angekündigten Stopps dabei bleibt, konnte ein Kreissprecher noch nicht sagen. Noch jedenfalls habe die DEA ihren Antrag nicht offiziell zurückgezogen, sagte ein Sprecher des Landesbergamtes. Ein entsprechendes Schreiben des Konzerns werde aber in den nächsten Tagen erwartet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 03.12.2018 | 09:30 Uhr

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