Stand: 10.03.2020 17:24 Uhr

Coronavirus: Testzentren starten mit Verzögerung

Ein Mitarbeiter eines Labors befüllt einen Ständer mit diversen Abstrichröhrchen. © dpa Foto: Felix Kästle
Die Corona-Testzentren sind in vielen Orten noch nicht startklar.

Eigentlich sollten zu Wochenbeginn in allen niedersächsischen Landkreisen Testzentren für Corona-Verdachtsfälle die Arbeit aufnehmen, um die Hausärzte zu entlasten. In mehreren Regionen kommt es jedoch zu Verzögerungen. 39 Testzentren seien noch nicht arbeitsbereit, sagte Detlef Haffke von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) am Dienstag dem NDR. Die Gründe dafür seien fehlendes Personal, außerdem müssten vielfach noch Räume gefunden und angemietet werden.

VIDEO: Erste Coronavirus-Testzentren starten Betrieb (1 Min)

Arzthelferinnen fehlen

In den Landkreisen Stade, Rotenburg und Verden zum Beispiel gebe es zwar genügend Ärzte für die Zentren, aber Arzthelferinnen würden noch gesucht, sagte Michael Schmitz von der KVN. In diesen drei Kreisen sollen die Testzentren daher erst am Wochenende oder sogar in der kommenden Woche starten.

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Noch kein Testzentrum in Hannover

In der Stadt und der Region Hannover gibt es ähnliche Probleme. Nach Angaben der KVN fehlen hier Räume, Personal und Schutzanzüge. Die Verantwortlichen hoffen, dass ein Testzentrum in Hannover gegen Ende der Woche startklar sein wird. Bis dahin gibt es in der Stadt und in der Region drei mobile Teams, die bei den Patienten zu Hause die Proben nehmen. Das gleiche gilt auch für die Landkreise Celle, Hameln-Pyrmont und Schaumburg. Wann hier die Testzentren die Arbeit aufnehmen, ist noch unklar.

Weiterhin zuerst den Hausarzt anrufen

Landesweit sind ab Mittwoch 45 Testzentren einsatzbereit. In ihnen können Patienten mit Corona-Verdacht untersucht werden. Grundsätzlich werden hier allerdings nur Menschen angenommen, die von ihrem Hausarzt zuvor angemeldet wurden. Patienten ohne Überweisung können nicht behandelt werden. Menschen mit entsprechenden Symptomen sollen sich daher telefonisch mit ihrem Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 in Verbindung setzen. Der Arzt klärt dann laut KVN am Telefon ab, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt und leitet die Patienten an das zuständige Testzentrum weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 10.03.2020 | 17:00 Uhr

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