Ein Mitarbeiter stellt in einem Testzentrum einen Corona-Test in ein Behältnis. © picture alliance/dpa/Rolf Vennenbernd Foto: Rolf Vennenbernd

Corona-Teststrategie: Land zieht positives Zwischenfazit

Stand: 21.04.2021 08:53 Uhr

Niedersachsen hat ein positives Zwischenfazit seiner Corona-Teststrategie gezogen. Jede frühzeitig erkannte Infektion verhindere die weitere Ausbreitung, so Gesundheitsministerin Daniela Behrens.

Obwohl noch nicht sämtliche Gesundheitsämter in die Datenerfassung des Landesgesundheitsamtes eingebunden sind, schafft die Teststrategie nach Einschätzung von Ministerin Behrens (SPD) zusätzliche Sicherheit und bringt den erhofften Nutzen. "Wir erkennen Infektionen schneller, eine effiziente Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsämter hilft dabei Infektionsketten zu unterbrechen", sagte Behrens.

Rund 3.400 Teststellen im Land

Landesweit gibt es nach Angaben des Ministeriums inzwischen 3.400 offizielle Teststellen. Neben mehr als 2.100 Arztpraxen, 675 Apotheken und 30 Zahnarztpraxen bieten rund 580 von den kommunalen Gesundheitsämtern beauftragte Teststellen inzwischen die Möglichkeit eines kostenlosen Schnelltests an. Auch karitative Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände verfügen schon über Testmöglichkeiten oder wollen diese aufbauen.

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Internetbasiertes Meldeportal in Betrieb

Das Landesgesundheitsamt hat derweil am 9. April ein internetbasiertes Meldeportal in Betrieb genommen, mit dem die Teststellen ihre täglichen Zahlen übermitteln können. Daran sind mittlerweile 40 von 45 Gesundheitsämtern angeschlossen. Da Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Apotheken nicht verpflichtet sind, ihre Kapazitäten oder vorgenommenen Tests den Gesundheitsämtern zu melden, werden aber nicht sämtliche Daten erfasst. Insofern gibt es keine vollständigen, landesweiten Daten zu Umfang und Ergebnis der Schnelltests.

Mehr als 120.000 Schnelltests in der vergangenen Woche

In der vergangenen Woche aber meldeten 31 Gesundheitsämter für 286 Teststellen die Gesamtzahl von 122.240 gemachten Schnelltests. Davon waren 510 positiv. Das entspreche einer Positivquote von 0,42 Prozent und 1,53 Tests pro 100.000 Einwohner, erläuterte das Gesundheitsministerium. Es werde davon ausgegangen, dass die Anzahl tatsächlich gemachter Tests deutlich höher ist. "Nur wenn wir alle diszipliniert die Regeln einhalten, Testangebote wahrnehmen und uns impfen lassen, werden wir die Pandemie besiegen", so Behrens.

Ministerium: Intensivkapazitäten reichen

Unterdessen bezeichnete das Gesundheitsministerium die Situation auf den Intensivstationen als ernst aber "beherrschbar". Die Auslastung der Kliniken werde sehr genau beobachtet. Aktuell ist das zuständige Gesundheitsressort überzeugt, dass die Kapazitäten ausreichen, um die Versorgung weiterhin sicherzustellen. In 45 Landkreisen und Städten lag die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen über 100, wie das Ministerium mitteilte.

213 Erwachsene und ein Kind müssen beatmet werden

In den Kliniken wurden jüngst 1.109 Corona-Patienten behandelt, 325 von ihnen auf einer Intensivstation. 213 Erwachsene und ein Kind müssen künstlich beatmet werden. "Wir rechnen aber nicht damit, dass es zu einer Überlastung der Kapazitäten kommt", sagte der Leiter des Corona-Krisenstabes, Heiger Scholz. "Was nicht heißt, dass die Situation nicht ernst ist", betonte er.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.04.2021 | 09:00 Uhr

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