Stand: 21.02.2019 14:28 Uhr

Bilanz 2018: Mehr Badetote im Norden

Für die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer an Nord- und Ostsee gibt es Lob von DLRG-Präsident Haag.

In Deutschland sind 2018 deutlich mehr Menschen ertrunken als im Vorjahr. Während 2017 404 starben, waren es im vergangenen Jahr 504. Besonders gefährlich ist das Baden in Flüssen, Bächen, Seen und Kanälen. Allein hier ertranken 435 Menschen. Das teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Hamburg mit. "Hatten wir 2017 durch den ausgebliebenen Sommer verhältnismäßig geringe Ertrinkungszahlen, bewies das langanhaltende Sommerwetter im Jahr 2018, dass es leider auch anders gehen kann", sagte Achim Wiese, DLRG-Pressesprecher.

Nur in MV Zahl der Badetoten nicht gestiegen

In fast allen Bundesländern ist die Zahl der Badetoten im vergangenen Jahr gestiegen, so auch in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Niedersachsen verzeichnete als bevölkerungsreichstes Bundesland im Norden mit 61 Ertrunkenen die meisten Badetoten - sechs mehr als 2017. In Hamburg stieg die Zahl gar um 11 auf 16. Einzig in Mecklenburg-Vorpommern gab es 2018 weniger Badetote als im Vorjahr. Die Zahlen im Einzelnen:

  • Niedersachsen: 61 (+6)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 31 (-1)
  • Schleswig-Holstein: 18 (+4)
  • Hamburg: 16 (+11)

29 Badetote in Schwimmbädern

"Binnengewässer führen leider noch immer die Ertrinkungsstatistiken an, denn sie werden in den seltensten Fällen von Rettungsschwimmern bewacht", sagte Achim Haag, Präsident der DLRG. "Das Risiko zu ertrinken, ist hier deutlich höher. Wir stehen Kommunen und Landkreisen weiterhin mit Gefahrenexpertise und Rettungsschwimmern zur Verfügung, man muss nur auf uns zukommen." In Schwimmbädern starben mit 29 Badegästen im Vergleich zu 161 in Flüssen und 233 in Seen und Teichen vergleichsweise wenige Menschen.

DLRG: Arbeit der Rettungsschwimmer zahlt sich aus

In den Meeren starben insgesamt 25 Menschen - vier in der Nordsee und 21 in der Ostsee. Das sind mit Blick auf das Jahr 2017 drei Personen weniger. "Ein weiterer Indikator dafür, dass sich die ehrenamtliche Arbeit der Rettungsschwimmer auszahlt und dem Zentralen Wasserrettungsdienst Küste eine hervorragende Leistung bescheinigt", sagte Haag.


21.02.2019 13:27 Uhr

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version schrieben wir, dass die Zahl der Badetoten um knapp 20 gestiegen sei. Die Angabe war falsch. Wir haben den Text entsprechend geändert.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.02.2019 | 14:00 Uhr

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