Stand: 08.04.2020 09:19 Uhr

Coronavirus: Auch draußen sicher unterwegs

Die Temperaturen im Norden sind gestiegen, die Sonne scheint immer länger: Der Frühling ist endlich da. Am Donnerstag soll es zwar etwas abkühlen, doch gerade gibt es Sonnenschein satt und die Temperaturen liegen bei etwa 20 Grad - das erste Mal seit Monaten. Das Wetter lockt viele Menschen aus ihren Wohnungen und in Parks, an die See oder über die Landesgrenze ins Umland - auch in Zeiten von Corona. Doch wer zurzeit ins Grüne fährt, ist dort oft nicht allein. An der Alster, dem Maschsee oder der Mecklenburgischen Seenplatte lässt sich der Sicherheitsabstand manchmal gar nicht so leicht einhalten. Wie kann man also die Frühlingssonne genießen und dabei trotzdem sich selbst und andere vor einer Corona-Infektion schützen?

Abstandsregeln einhalten

Grundsätzlich sind Spaziergänge und Sport an der frischen Luft wichtig und gut für die Gesundheit. Und wer sich an bestimmte Sicherheitsregeln hält, kann ohne Sorgen den Frühlingsanfang genießen. Auch Prof. Christian Drosten, Virologe der Charité Berlin, erzählt im Podcast Coronavirus-Update: "Es ist nicht so, dass man sich bei Begegnungen beim Spazierengehen sofort infiziert". Aber auch außerhalb der eigenen Wohnung sollte man auf Social Distancing achten. Generell gilt im öffentlichen Raum ein Kontaktverbot von mehr als zwei Personen. Einzige Ausnahme: Mitbewohner oder Familien, die zusammenleben. Ansonsten gilt: Abstand halten. Das gilt auch für Läufer und Radfahrer. Die verordneten 1,5 bis 2 Meter Abstand sind unbedingt einzuhalten. Dabei sollte jeder für sich selbst Verantwortung übernehmen: Wenn ein Umweg notwendig ist, muss das in Kauf genommen werden. Auch beim Überholen raten Virologen unbedingt den Abstand einzuhalten.

Wieso ist Distanz so wichtig?

Eine Übertragung des Coronavirus nur über die Luft wurde noch nicht nachgewiesen. Doch wenn ein Infizierter hustet oder niest, bleibt das Virus für kurze Zeit in der Luft, bevor es auf den Boden fällt. Wer sich zu nah kommt, kann sich so anstecken. Dabei kommt es aber auch auf die Dauer des Kontakts an. Maximal sechs Sekunden sollte man bei Begegnungen stehen bleiben, rät Drosten: "Ein kurze Begegnung ist nicht so schlimm, wie jemandem, der infiziert ist, lange gegenüberzustehen".

Beliebte Routen meiden

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Das gute Wetter im Norden lockt zurzeit viele Menschen an die frische Luft.

Diese Zeiträume und Abstände lassen sich an beliebten Orten zurzeit oft nicht einhalten. Deshalb sollte man solche Spazierrouten im Moment meiden. Eine Alternative kann ein Spaziergang in der eigenen Nachbarschaft sein. Sich mit Freunden auf einen Spaziergang zu treffen, ist nicht verboten, aber nur wenn beide die Abstandsregeln einhalten. Allerdings erhöht jeder Kontakt außerhalb der eigenen Mitbewohner und Mitbewohnerinnen natürlich die Personenzahl, die man möglicherweise infizieren kann. Man weiß eventuell selbst noch nicht, dass man das Virus in sich trägt. Denn man kann andere auch anstecken, ohne selbst Symptome zu haben.

Sind Schutzmasken eine Lösung?

Gerade wird viel über eine Schutzmaskenpflicht im öffentlichem Raum diskutiert. Doch eine einfache Schutzmaske schützt einen selbst nicht vor Ansteckungen. Deshalb sollte man kein falsches Sicherheitsgefühl haben, wenn man draußen mit Schutzmaske unterwegs ist und vor allem die Handhygiene einhalten. Eine Maske kann aber das Risiko einer Übertragung auf andere senken. Dafür eignen sich auch einfache, selbst genähte Stoffmasken oder Schals und Tücher, mit denen man den Mund- und Nasenbereich bedeckt. Virologe Drosten rät Privatpersonen davon ab, für den eigenen Schutz medizinische Masken aufzukaufen. Diese Masken würden dringend in Krankenhäusern und Arztpraxen für gebraucht um Pflegende und Ärzte vor Ansteckungen zu schützen.

Der Virologe Prof. Christian Drosten © picture alliance/Christophe Gateau/dpa Foto: Christophe Gateau

(28) Auch die Atemluft spielt eine Rolle

NDR Info - Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten -

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