Stand: 01.07.2018 23:32 Uhr

Maut: Lkw müssen auf Bundesstraßen zahlen

Seit dem 1. Juli gilt für Lkw über 7,5 Tonnen auf allen Bundesstraßen die Mautpflicht. Die Höhe der Gebühr hängt vom Gewicht, der Umweltbelastung und der zurückgelegten Strecke des Lkw ab. Für einen modernen Sattelzug müssten beispielsweise rund 13 Cent pro Kilometer gezahlt werden. Eine Tour von mehr als 80 Kilometern von Flensburg nach St. Peter-Ording über die B200 oder die B202 kosten dann knapp zwölf Euro.

Die Lkw-Maut kommt auch in den Norden

Bundesstraßen im ganzen Norden betroffen

In Schleswig-Holstein gilt die Maut auf insgesamt rund 1.500 Kilometer Bundesstraßen. 23 blaue Maut-Säulen kontrollieren die Einhaltung. Die vier Meter hohen Geräte stehen zum Beispiel in Schafflund, in Timmendorfer Strand und Mölln. An 15 Bundesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern überwachen laut Verkehrsministerium in Schwerin insgesamt 35 Mautkontrollsäulen die Bezahlung der Straßengebühr. Sie stehen unter anderem an der B103 in Rostock-Lichtenhagen, wo an Werktagen im Schnitt 850 Lastwagen durchfahren. Auch in Teterow, Züssow und in Redefin bei Ludwigslust stehen Maut-Säulen. In Niedersachsen wird unter anderen an der B27 in Göttingen sowie in Haren, bei Elsfleth und Diepholz kontrolliert. In Hamburg sind die B4, B5 sowie die B431, B432 und B433 nun kostenpflichtig.

Kommunen wollen stärker beteiligt werden

Vor der Ausweitung hatten niedersächsische Kommunen eine stärkere Beteiligung an den erwarteten Mehreinnahmen des Bundes gefordert. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund befürchtet, dass Lastwagenfahrer künftig auf Landes- und Kommunalstraßen ausweichen. "Gerade diese Lkw fahren dann über Straßen, die nicht dafür gebaut sind. Das bringt stärkere Straßenabnutzung und Lärmbelästigung für die Anwohner", erklärte Sprecher Thorsten Bullerdiek. Bereits jetzt gebe es beim kommunalen Straßenbau in Niedersachsen einen Investitionsstau in Höhe von 3,9 Milliarden Euro, sagte Bullerdiek.

Die zusätzlichen Mauteinnahmen von geschätzt etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr fließen in den Bundeshaushalt. Kommunen mit mehr als 80.000 Einwohnern, wie Rostock und Schwerin, erhalten laut Verkehrsministerium in Mecklenburg-Vorpommern einen Anteil pro Kilometer Bundesstraße im Stadtgebiet. Diese größeren Kommunen seien für den Unterhalt der Bundesstraßen auf ihrem Gebiet verantwortlich.

Säulen kommunizieren mit "On Board Unit"

Die Kameras der Maut-Säulen können feststellen, ob es sich um einen Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht handelt. Ob dieser die Maut gezahlt hat, überprüft die Maut-Säule, indem sie mit der "On Board Unit" (OBU) im Lkw per Funk kommuniziert. Gibt es Zweifel, gleicht die Säule das Lkw-Kennzeichen per Mobilfunk mit der Datenbank ab. Wurde die Maut nicht gezahlt, gehen die Behörden dem nach. Wurde sie gezahlt, werden die Daten und Fotos gelöscht. Die Gebühr kann mit der OBU, an Mautstellen-Terminals oder per App und im Internet gezahlt werden. Ausgenommen von der Maut sind Traktoren, Busse Fahrzeuge von Einsatz- und Rettungskräften.

Weitere Informationen

Neue Lkw-Maut: Kommunen fordern Beteiligung

Seit Sonntag wird für Lkw auf allen Bundesstraßen Maut fällig. Kommunen fürchten, dass der Schwerverkehr auf ihre Straßen ausweicht. Sie wollen an den Einnahmen beteiligt werden. mehr

Lkw-Maut: Jetzt zahlen die schweren Brummis

Die Lkw-Maut wird auf alle Bundesstraßen ausgeweitet. In Schleswig-Holstein sind 25 Bundesstraßen betroffen - mit einer Gesamtlänge von etwa 1.500 Kilometern. Dazu kommen noch die Autobahnen. mehr

Mautpflicht für Traktoren vom Tisch

Landwirte liefen Sturm gegen die Mautpflicht auf allen Bundesstraßen. Sie fürchteten die Maut für ihre Traktoren. Nun ist klar: Landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge müssen nicht zahlen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 01.07.2018 | 07:00 Uhr

Mehr Nachrichten

01:15
Schleswig-Holstein Magazin
04:16
Hallo Niedersachsen
03:29
Hamburg Journal