Das Gespräch

Gast: Bénédicte Savoy

Sonntag, 21. März 2021, 13:00 bis 13:30 Uhr

Bénédicte Savoy © Thilo Rückeis TSP Foto: Thilo Rückeis

Bénédicte Savoy, geboren 1972 in Paris, lehrt Kunstgeschichte an der TU Berlin. Internationale Prominenz weit über die Grenzen ihres Fachs hinaus erlangte sie durch ein Gutachten, das sie gemeinsam mit dem senegalesischen Sozialwissenschaftler Felwine Sarr verfasste: Es entstand für Frankreichs Präsidenten Emanuel Macron und handelte von der umstrittenen Frage der Restitution afrikanischer Kunstwerke.

Bénédicte Savoy © Thilo Rückeis TSP Foto: Thilo Rückeis
Bénédicte Savoy fordert eine "ebenso zügige wie besonnene Restitution".

In ihrem neuen Buch "Afrikas Kampf um seine Kunst" beschreibt Savoy nun die Debatte um die Rückführung solcher afrikanischer Kunstobjekte, die während und nach der Kolonialzeit aus Afrika geraubt und nach Europa und Deutschland verbracht wurden. Die wesentlichen Argumente, die für oder gegen eine Rückgabe sprachen, waren zwar zwischen Befürwortern und Gegnern in den 1960er- bis 1980er-Jahren schon einmal ausgetauscht worden. Inzwischen aber ist die verdrängte und vergessene Diskussion rund um diese "gigantische kulturelle Schuld" mit Macht zurückgekehrt. Nötig sei, meint Bénédicte Savoy, eine "ebenso zügige wie besonnene Restitution", um "im Sinne eines postrassistischen Zusammenlebens" das Verhältnis Europas zu den afrikanischen Ländern neu zu definieren.

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