Stand: 20.07.2020 14:39 Uhr

Helge Schneider begeistert Publikum in Isernhagen

von Uli Kniep

Zu den Notleidenden der Corona-Krise gehören auch und gerade Künstler und Veranstalter von Konzerten. Nachdem die meisten Shows und Tourneen abgesagt werden mussten, beginnen nun aber die ersten Musiker vor kleinem Publikum aufzutreten. Zu ihnen gehört auch der Komiker und Jazzmusiker Helge Schneider, der am Sonntag vor rund 200 Fans in Isernhagen spielte.

Helge Schneider mit Gitarre © meine Supermaus GmbH
Mit witzigen Moderationen und leicht anarchisch anmutendem musikalischen Chaos begeisterte Helge Schneider sein Publikum (Archivfoto).

Noch im Mai dieses Jahres verbreitete Helge Schneider über seine Kanäle die feste Absicht, vorerst nicht mehr auftreten zu wollen: "Ich trete nicht auf vor Autos, ich trete nicht auf vor Menschen, die 1,50 Meter auseinandersitzen müssen und Mund-Nasen-Schutz tragen." Glücklicherweise hat es sich der bald 65-jährige Entertainer anders überlegt. Am Sonntagabend startete er in Isernhagen eine Konzertreise mit seiner Gruppe The Deadly Bros.

Musik ohne stilistische Grenzen

Unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsauflagen spielte Schneider mit dem Jazz- und Rock-Schlagzeuger Pete York und dem Blues-Gitarristen Henrik Freischlader zwei Stunden lang improvisierte Musik ohne stilistische Grenzen. Wie schon früher in Erfurt und Kiel kam das beim Publikum sehr gut an.

Witzige Moderationen und inspirierte Soli

Mit witzigen Moderationen führte Helge Schneider durch diesen Abend, entlockte seinen Keyboards die unmöglichsten Klänge und ließ in Rock-Klassikern wie "In A Gadda Da Vida" seinen beiden Mitstreitern viel Platz für inspirierte Soli. Zeitweise richtete die singende Herrentorte ein leicht anarchistisch anmutendes musikalisches Chaos an, um aber immer wieder zum harmonischen Zusammenspiel zurückzufinden. Als Überraschungsgast hatte er seinen zehnjährigen Sohn Charly dabei, der ebenfalls zu Anfang des Konzerts und bei der Zugabe ein wenig Schlagzeug spielte.

Endlich wieder Live-Musik mit Helge Schneider

Wenn auch die strengen Vorgaben und der Sicherheitsabstand echte Nähe zum Publikum verhinderten, so war doch die Erleichterung bei den Zuhörern und dem Trio auf der Bühne spürbar, endlich wieder live gespielte Musik genießen zu können. Natürlich war auch der Henry Gellrich, Inhaber der Bluesgarage, erleichtert: "Wir können endlich wieder etwas machen. Die Leute, die kommen, sind sehr zufrieden. Das ist das Wichtigste."

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NDR Info | Kultur | 20.07.2020 | 08:55 Uhr