Corona-Pflichttests an Schulen im Norden: Wie geht es weiter?

Stand: 12.04.2021 11:17 Uhr

In Niedersachsen beginnt nach den Osterferien heute wieder der Unterricht. Seit heute gilt wegen der Corona-Pandemie eine Testpflicht für alle Schülerinnen und Schüler. Ein Blick auf Regelungen in Niedersachsen, Hamburg, Bremen und MV.

von Emine Cekirge

Seit Montag gilt wegen der Corona-Pandemie eine Testpflicht für alle Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen. Das bedeutet, dass am Unterricht in der Schule nur die teilnehmen dürfen, die negativ getestet sind. Zwei Selbst-Tests pro Woche sind vorgeschrieben. Das sollen die Schülerinnen und Schüler zu Hause machen, so dass für den Fall, dass der Test positiv ist, sie dem Unterricht rechtzeitig fernbleiben können. Die Eltern beziehungsweise die jeweiligen volljährigen Schülerinnen und Schüler sollen dann mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass sie sich auch wirklich getestet haben. Richtig kontrollieren kann man das natürlich nicht.

Corona-Testpflicht gilt auch für Lehrerinnen und Lehrer

Im Bundesland Bremen testen sich die Jungen und Mädchen in der Schule. Auch dort muss ein positiver Schnelltest durch einen PCR-Test abgeklärt werden. Die Testpflicht gilt auch für das Personal, also für Lehrerinnen und Lehrer.

Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne betonte im Gespräch mit NDR Kultur, dass der Test eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme sei. "Das heißt nicht nur Testen, Testen, Testen, sondern es es heißt auch, Testen kommt hinzu. Die Testungen ersetzen keine bisherige Vorsichtsmaßnahme - kein Abstand, keine Masken. Sie ersetzen nicht das Abstandhalten, auch nicht die entsprechenden Hygienevorschriften. All das bleibt. Dort kommen jetzt entsprechende Testungen hinzu", so Tonne.

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Präsenzpflicht in Bremen, NDS und Hamburg bis 18. April aufgehoben

Die Schülerinnen und Schüler, die sich nicht testen wollen, bleiben zu Hause und lernen auch von dort. Die Präsenzpflicht ist in Niedersachsen, Bremen und Hamburg vorerst bis zum 18. April aufgehoben. Eltern und Erziehungsberechtigte können ihre Kinder ohne Angabe von Gründen abmelden. Für den heutigen Montag haben die Schulen außerdem noch einen Abhol-Tag für die Selbsttests organisiert: für alle, die noch keine Tests haben.

Präsenzunterricht bei Inzidenz unter 100 in Bremen, NDS und Hamburg

So lange die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 bleibt, ist Präsenzunterricht angesagt. In Niedersachsen werden die Klassen weiter in kleinen Gruppen abwechselnd zu Hause und in der Schule unterrichtet.

In Bremen kommen Kinder der Grundschulen in voller Klassenstärke zusammen, in den weiterführenden Schulen gilt, wie in Niedersachsen, das Wechselmodell. Liegt der Wert mindestens drei Tage lang und absehbar auf längere Dauer über 100, gehen die Schülerinnen und Schüler ins Homeschooling - abgesehen von Abschlussklassen und Grundschulen.

MV: Ab 12. April gilt 2-Stufen-Regelung

In Mecklenburg-Vorpommern gilt die Sieben-Tage-Inzidenzzahl über 150. Dort gilt ab heute eine neue 2-Stufen-Regelung. Demnach bestimmt die Sieben-Tage-Inzidenz jeweils am Mittwoch, wie die Unterrichtsgestaltung in der darauffolgenden Woche aussieht. Liegt der Wert innerhalb einer Woche unter 150, werden die unteren Klassenstufen und die Abschlussklassen regulär unterrichtet - die anderen abwechselnd in der Schule und zu Hause. Wird die Marke von 150 am Stichtag Mittwoch aber überschritten, müssen in der betroffenen Region mit Ausnahme der Abschlussklassen wieder alle Schülerinnen und Schüler zu Hause lernen.

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Zusätzlich startet heute in Hamburg ein Corona-Pilotprojekt an Hamburger Kitas. In 19 Kindertagesstätten werden Selbst-Tests für Kinder ausprobiert. Dabei testen Eltern ihre Kinder morgens vor dem Besuch der Kita. Bei einem positiven Ergebnis müssen sie einen PCR-Labortest machen lassen - und das Ergebnis der Kita melden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 12.04.2021 | 08:15 Uhr

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