In der Außenweser steht der Leuchtturm Roter Sand. © dpa Foto: picture alliance/Sina Schuldt/dpa

Leuchtturm Roter Sand: Bollwerk in rauer See

Stand: 07.08.2020 10:26 Uhr

Seit 1885 trotzt der Leuchtturm Roter Sand zwischen Bremerhaven und Helgoland den Wellen der Nordsee. 1987 wurde das markante Seezeichen das erste offizielles Objekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Das Feuer des Leuchtturms Roter Sand in der Nordsee, nordöstlich von Wangerooge, auf halbem Weg zwischen Bremerhaven und Helgoland, strahlte erstmals am 1. November 1885 und leitete seitdem Tausende Schiffe an die Küste. Obwohl eine ganze Kette von Seezeichen die Untiefen der Deutschen Bucht markieren, ist kein anderes so bekannt geworden wie dieser Leuchtturm - ein Denkmal und Symbol für die Schifffahrt.

Nationaldenkmal auf hoher See

Spitze des Leuchtturms "Roter Sand" in der Nordsee © dpa - Report Foto: Ingo Wagner
Der Leuchtturm Roter Sand in der Nordsee war das erste Offshore-Bauwerk weltweit.

1974 drohte dem Turm das Ende, als der Neubau "Alte Weser" seine maritimen Aufgaben übernahm. Eine Bürgerinitiative setzte sich jedoch erfolgreich für den Erhalt des 52 Meter hohen Stahlturms mit den drei charakteristischen Erkern ein. So wurde Roter Sand 1987 erstes offizielles Objekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Deren Vorsitzender Gottfried Kiesow bezeichnet den Leuchtturm als Nationaldenkmal und stellt ihn damit auf eine Stufe mit dem Brandenburger Tor oder dem Kölner Dom. Für die Küstenbewohner habe er "einen ähnlichen Symbolwert wie die Freiheitsstatue für New York".

VIDEO: Leuchttürme (29 Min)

Ingenieurskunst der Extra-Klasse 

Der Turm gilt als erstes Offshore-Bauwerk der Welt. Ihn zu konstruieren, bedeutete im 19. Jahrhundert eine außerordentliche technologische Herausforderung. Das Fundament entstand mit der gleichen Technik, die noch heute für moderne Windkraftanlagen auf hoher See angewendet wird. Die Ingenieure ließen am Festland einen runden Kasten mit fast 30 Metern Durchmesser bauen. Diesen versenkten sie auf hoher See und füllten ihn mit mehr als 300 Kubikmeter Beton auf. Heute sichert eine Stahlmanschette dieses Fundament. Seinen Namen erhielt der Leuchtturm von einer mit rotem Muschelkalk besetzten Sandbank, auf der er steht.

Nordsee-Denkmal Roter Sand soll saniert werden

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bietet im Sommer einige Fahrten mit einem ehemaligen Tonnenleger zum Roten Sand an. Er erreicht sein Ziel ab Bremerhaven in rund 2,5 Stunden. Die Stiftung plant außerdem die Sanierung des Wahrzeichens und erarbeitet ein Konzept zum langfristigen Erhalt des Bauwerks.

Karte: Leuchtturm Roter Sand

 

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Blick auf den Leuchtturm List Ost auf Sylt, die Dünen und das Meer. © fotolia.com Foto: rpeters86

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.04.2020 | 06:00 Uhr

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