Stand: 06.09.2013 15:13 Uhr  | Archiv

Chilenen im Exil: Santiago - Rostock - Göttingen

von Rainer Schobeß

Vor 40 Jahren erlebte Chile den blutigen Militärputsch gegen Salvador Allende und seine sozialistische Regierung. "Ich hätte nie gedacht, dass es so schlimm sein würde", erzähltEva Tichauer Moritz. Am 11. September 1973 musste sie in Santiago de Chile mit ansehen, wie Kampfjets den Präsidentenpalast bombardierten.

Mario Fuentes Delgado war damals einer von Allendes Personen- und Objektschützern. Aber an diesem Tag hatte er frei, und als er morgens aus dem Fenster sah, waren Soldaten auf der Straße. "Alle Rundfunksender spielten nur Militärmusik", berichtet Mario, "und es wurde durchgesagt, die Leute sollten zu Hause bleiben".

Nach dem Militärputsch gingen Tausende Chilenen ins Exil

Am Nachmittag des 11. September stürmte die Armee den Palast, in dem der Präsident sich aufhielt. In dieser ausweglosen Situation nahm Salvador Allende sich das Leben. Die demokratisch gewählte Regierung der Unidad Popular wurde gestürzt, eine Junta unter General Augusto Pinochet übernahm die Macht in Chile und errichtete eine Militärdiktatur. Pinochet regierte bis zum 11. März 1990. Er starb 2006, bevor man ihm den Prozess machen konnte. Die Weltöffentlichkeit klagt ihn bis heute an wegen Terrors und tausendfachen Mordes.

Anhänger der Unidad Popular wurden nach dem Putsch verhaftet und gefoltert, viele wurden ermordet, und von unzähligen fehlt bis heute jede Spur. Tausende Chilenen gingen damals ins Exil, etwa 5.000 wurden wie Eva Tichauer Moritz in der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen, rund 2.000 erhielten wie Mario Fuentes Delgado politisches Asyl in der DDR. Heute wohnt Mario in Rostock, Eva ist mittlerweile in Göttingen zu Hause. Beide haben sie uns ihre Geschichte erzählt, vom Putsch in Chile und vom Exil im Osten und im Westen Deutschlands.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 09.09.2013 | 19:05 Uhr

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