70er-Jahre: Katastrophen, Terror, Atom

Die Ostpolitik der Regierung Brandt entzweit die Parteien, setzt sich aber durch. Brandt erhält für seine Entspannungspolitik den Friedensnobelpreis. Außerdem sind die 1970er-Jahre vom Terror der RAF geprägt und von der Anti-Atomkraft-Bewegung: Ab 1976 formiert sich eine Protestbewegung gegen den Bau eines Atomkraftwerkes in Brokdorf und das geplante atomare Endlager in Gorleben. Mehrere Katastrophen erschüttern den Norden: In Hamburg sinkt eine Barkasse, in der Lüneburger Heide brennt es und im Winter 1978/1979 sorgen extreme Schneefälle für Chaos.

Terror der RAF

Bomben und Tote: Die Geschichte der RAF

Ihre Ursprünge liegen in der 68er-Bewegung. Dann entwickelt sich die RAF zur brutalsten Terrorgruppe der Bundesrepublik. Nach fast 30 Jahren löst sie sich 1998 auf. mehr

Als der RAF-Terror nach Hamburg kam

Bei der Fahndung nach RAF-Terroristen durchsucht die Polizei am 2. März 1972 ein Haus in Hamburg. Den Leiter der Sonderkommission Hans Eckhardt kostet der Einsatz das Leben. mehr

Mai 1972: RAF attackiert Springer-Verlag

Am 19. Mai 1972 gehen im Hamburger Springer-Verlagshaus drei Bomben hoch, 17 Menschen werden verletzt. Mit dem "Blutigen Mai" erreicht der RAF-Terror eine neue Dimension. mehr

Wie RAF-Terroristin Gudrun Ensslin gefasst wurde

Gudrun Ensslin wird 1972 beim Einkauf in einer Hamburger Boutique festgenommen. Eine Pistole in ihrer Jackentasche verrät die gesuchte RAF-Terroristin. mehr

Eine Top-Terroristin im Visier der Fahnder

Eine RAF-Terroristin steht 1972 ganz oben auf den bundesdeutschen Fahndungslisten: Ulrike Meinhof. Am 15. Juni erhält die Polizei in Hannover einen Tipp und greift zu. mehr

Politik und Proteste

Neue Wege: Willy Brandt und die Ostpolitik

Als Kanzler setzt sich Willy Brandt für die Verständigung mit Osteuropa ein und erhält dafür 1971 den Friedensnobelpreis. Innenpolitisch bringt ihn der Entspannungskurs fast zu Fall. mehr

Spion Günter Guillaume bringt Willy Brandt zu Fall

Im April 1974 wird Willy Brandts persönlicher Referent Günter Guillaume als DDR-Spion verhaftet. Der folgenden Medienkampagne ist der Kanzler nicht gewachsen und tritt zurück. mehr

Wahl-Krimi im Niedersächsischen Landtag

Es ist alles gut geplant, doch es wird ein Debakel. 1976 scheitern SPD und FDP in Niedersachsen bei der Wahl eines neuen Regierungschefs. Die Ära Albrecht beginnt. mehr

Die Entscheidung für Gorleben

Im Februar 1977 verkündet Ministerpräsident Ernst Albrecht die Entscheidung, in Gorleben ein atomares Endlager zu bauen. Heute ist die Diskussion wieder da, wo sie vor 40 Jahren war. mehr

"Albrecht wir kommen!" Gorleben-Protest in Hannover

Am 31. März 1979 findet eine der größten Anti-Atom-Demonstrationen der Nachkriegsgeschichte statt. Mehr als 100 Traktoren und Zehntausende Bürger ziehen durch Hannovers Straßen. mehr

Anti-AKW-Protest 1977: "Schlachtfeld" Grohnde

Am 19. März 1977 wird der Ort Grohnde bei Hameln schlagartig bekannt. Wegen des geplanten AKW kommt es zwischen Demonstranten und Polizisten zu einer wahren Schlacht. mehr

Juli 1978: Celler Loch erschüttert Niedersachsen

Als am 25. Juli 1978 eine Bombe an der Celler Gefängnismauer detoniert, deutet alles auf Terroristen hin. 1986 kommt heraus, dass die Attentäter Verfassungsschützer waren. mehr

1979: Der Ihlenberg wird zur Deponie

Auf dem Ihlenberg in Mecklenburg lagerte der Westen schon zu DDR-Zeiten Giftmüll. 1979 beschloss das Politbüro den Bau der Müllkippe, die zur größten Sondermülldeponie Europas werden sollte. mehr

Unglücke und Katastrophen

1978/1979: Der Norden versinkt im Schnee

Extreme Schneefälle mit meterhohen Verwehungen führen im Winter 1978/79 zu einer Schneekatastrophe. Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten, Häfen frieren zu. Ein Rückblick. mehr

1971: Notlandung auf Autobahn 7 misslingt

Freudig warten Dutzende Urlauber am 6. September 1971 in Hamburg auf ihren Flug. Für einige wird es eine Reise in den Tod. Kurz nach dem Start muss die Maschine notlanden. mehr

Februar 1972: Tod in der eisigen Elbe

An einem kalten Februarmorgen im Jahr 1972 prallen im Hamburger Hafen zwei Schiffe zusammen. Die Barkasse "Cäsar II" versinkt in der Elbe. 17 Menschen ertrinken. mehr

August 1975: Die Heide brennt

Trockenheit, Hitze und Wind: Im August 1975 wüten in der Südheide und im Wendland verheerende Brände. Die Einsatzkräfte bekommen sie tagelang nicht in den Griff. Fünf Feuerwehrleute sterben. mehr

Herbst 1975: Anschlag im Hamburger Hauptbahnhof

Elf Menschen werden verletzt, als am 13. September 1975 im Hamburger Hauptbahnhof eine Bombe explodiert. War es die RAF oder linksextreme Splittergruppen? mehr

Viele Tote bei Explosion im Hamburger Hafen

9. Januar 1976: Im Maschinenraum des Schiffneubaus "Anders Maersk" explodiert ein Dampfkessel. Mit ungeheurem Druck schießt 300 Grad heißer Dampf heraus. 27 Arbeiter sterben. mehr

Dammbruch: Als der Elbe-Seitenkanal auslief

Nur 33 Tage nach der Eröffnung kommt es am Elbe-Seitenkanal am 18. Juli 1976 zur Katastrophe: Ein Damm bricht, Wasser schießt ins Umland. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. mehr

1978: Container-Schiff "München" sinkt im Atlantik

In den 70er-Jahren war die "München" eines der größten Frachtschiffe der Welt. Vor 40 Jahren sank sie im Nordatlantik, 28 Menschen starben. Die Gründe sind bis heute ungeklärt. mehr

Gesellschaft

Durch Protest ans Ziel: Gründung der Uni Oldenburg

Die Universität Oldenburg feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Studenten und Lehrende haben sich gerade in den ersten Jahren immer wieder für die Belange ihrer Uni eingesetzt. mehr

"Assis" und Akademiker: Konnte das gut gehen?

Anfang der 1970er-Jahre startet in Hamburg-Steilshoop ein soziales Experiment: Arbeiter, Akademiker, Großfamilien und Ex-Knastis ziehen als Mega-WG in einen Plattenbau. mehr

Wie die "Cap Anamur" die Boatpeople rettete

Am 13. August 1979 startet der Frachter "Cap Anamur" seine erste Hilfsaktion, um in Seenot geratene Flüchtlinge vor Vietnam aufzunehmen. 11.000 Boatpeople können bis 1987 gerettet werden. mehr

Plötzlich erwachsen: Volljährig mit 18

Nach jahrelangen Debatten tritt am 1. Januar 1975 ein Gesetz in Kraft, das die Volljährigkeit um drei Jahre herabsetzt. Endlich dürfen die 18-Jährigen über sich selbst bestimmen. mehr

Verkehr

Ein "Superbahnhof unter Wasser"

Züge unten, Schiffe oben: 1973 ging in Hamburg das viergeschossige Nahverkehrs-Drehkreuz Jungfernstieg mit der neuen Linie U2 ans Netz, wenig später auch die City-S-Bahn. mehr

Ende einer Ära: Letzter deutscher VW Käfer rollt vom Band

Am 19. Januar 1978 ist im Emder VW-Werk der letzte in Deutschland produzierte Käfer vom Band gerollt. Das Kult-Auto hatte für den Standort in Ostfriesland eine enorme Bedeutung. mehr

Musik und Kultur

Als Jimi auf die Insel kam

Es sollte das deutsche "Woodstock" werden. Tausende Hippies pilgerten 1970 zum "Love + Peace Festival" nach Fehmarn, um ihrem Gitarrengott zu huldigen: Jimi Hendrix. mehr

Onkel Pö: Wo Udo rocken lernte

Von Udo Lindenberg bis Al Jarreau: Im Onkel Pö gaben sich Musiker aus aller Welt Klinke und Mikro in die Hand. 15 Jahre lang galt die Hamburger Kultkneipe als Sprungbrett für große Karrieren. mehr

"Kultur für alle" - die Hamburger Fabrik

Im Juni 1971 öffnet in einer ehemaligen Munitionsfabrik in Hamburg-Altona das erste deutsche Kultur- und Kommunikationszentrum. "Kultur für alle" lautet das Ziel. mehr

Pinguine im Nebel - Lindenbergs Rock-Revue '79

Es war ein riesiges Rockspektakel auf deutschen Konzertbühnen: Am 19. Januar 1979 startete Udo Lindenberg seine Revue in Bremen, inszeniert von Theaterregisseur Peter Zadek. mehr

Sport

1972: Verschlafenes Kiel wird Sporthauptstadt

Im Sommer 1972 wird Kiel zum Hotspot der Wassersport-Szene: Die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele werden hier ausgerichtet. Das Großereignis beschert der Stadt einen Aufschwung. mehr

WM 1974: Die DDR schlägt den "Klassenfeind"

Beim WM-Spiel 1974 in Hamburg schlägt die DDR das DFB-Team überraschend mit 1:0. Von der totalen Überwachung der DDR-Spieler und -Fans bekommen die Westdeutschen nichts mit. mehr

Multimedia-Doku

Multimedia-Doku

Fritz Honka - der Frauenmörder von St. Pauli

Vier Morde werden Fritz Honka angelastet. Er zerstückelt seine Opfer und versteckt Leichenteile in seiner Wohnung. Am 17. Juli 1975 wird der spektakuläre Hamburger Kriminalfall enthüllt. mehr

Norddeutsche Geschichte