70er-Jahre: Katastrophen, Terror, Atom

Die Ostpolitik der Regierung Brandt entzweit die Parteien, setzt sich aber durch. Brandt erhält für seine Entspannungspolitik den Friedensnobelpreis. Außerdem sind die 1970er-Jahre vom Terror der RAF geprägt und von der Anti-Atomkraft-Bewegung: Ab 1976 formiert sich eine Protestbewegung gegen den Bau eines Atomkraftwerkes in Brokdorf und das geplante atomare Endlager in Gorleben. Mehrere Katastrophen erschüttern den Norden: In Hamburg sinkt eine Barkasse, in der Lüneburger Heide brennt es und im Winter 1978/1979 sorgen extreme Schneefälle für Chaos.

Terror der RAF

RAF-Logo, Ausschnitt aus einem Foto des entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer (Archivbild aus dem Jahr 1977) © dpa

Bomben und Tote: Die Geschichte der RAF

Ihre Ursprünge liegen in der 68er-Bewegung. Dann entwickelt sich die RAF zur brutalsten Terrorgruppe der Bundesrepublik. Nach fast 30 Jahren löst sie sich 1998 auf. mehr

Die Angeklagten Wolfgang Grundmann (l.) Manfred Grashof (m.) und Klaus Jünschke verlassen am 2.9.1975 das Gerichtsgebäude in Kaiserslautern. © picture-alliance /dpa Foto: dpa

Als der RAF-Terror nach Hamburg kam

Bei der Fahndung nach RAF-Terroristen durchsucht die Polizei am 2. März 1972 ein Haus in Hamburg. Den Leiter der Sonderkommission Hans Eckhardt kostet der Einsatz das Leben. mehr

26.05.1972: Fahndungsplakat RAF Erste Generation © picture-alliance / dpa

50 Jahre RAF: Hamburg war eine Bastion

Hamburg war eine Bastion der Roten Armee Fraktion (RAF) - das sagt der Historiker Wolfgang Kraushaar. Einige Mitglieder der Terroristen-Gruppe hatten eine Hamburger Vergangenheit. mehr

Polizeiwagen stehen nach dem Anschlag der RAF am 19.05.1972 vor dem Springer-Verlagshaus in Hamburg. © picture-alliance/dpa Foto: Werner Baum

Mai 1972: RAF attackiert Springer-Verlag

Am 19. Mai 1972 gehen im Hamburger Springer-Verlagshaus drei Bomben hoch, 17 Menschen werden verletzt. Mit dem "Blutigen Mai" erreicht der RAF-Terror eine neue Dimension. mehr

Ulrike Meinhof, deutsche Journalistin und RAF-Mitglied © Open Source Foto: vermutlich Werner Meinhof

Ulrike Meinhof: Eine Frau radikalisiert sich

Von der Journalistin zur Terroristin: Ulrike Meinhof war wohl das bekannteste Gesicht der Roten Armee Fraktion. mehr

Gudrun Ensslin im Hamburger Polizeipräsidium nach ihrer Festnahme am 7.6.1972. © picture alliance / dpa - Fotoreport

Wie RAF-Terroristin Gudrun Ensslin in Hamburg gefasst wurde

Eine Pistole in der Tasche verrät sie: Am 7. Juni 1972 wird RAF-Terroristin Gudrun Ensslin in einer Boutique festgenommen. mehr

Eine Frau wird von einem Polizisten am Arm in einen Raum geführt. © dpa - Bildarchiv

Wie RAF-Terroristin Ulrike Meinhof festgenommen wurde

Am 15. Juni 1972 erhält die Polizei in Hannover einen Tipp und nimmt die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof fest. mehr

Politik und Proteste

Der Kniefall von Willy Brandt vor Mahnmal im einstigen jüdischen Ghetto in Warschau. © picture alliance

Willy Brandts Ostpolitik und der Kniefall von Warschau

Als Kanzler setzt sich Willy Brandt für die Verständigung mit Osteuropa ein und erhält dafür 1971 den Friedensnobelpreis. Innenpolitisch bringt ihn der Entspannungskurs fast zu Fall. mehr

Günter Guillaume sitzt hinter Willy Brandt im Jahr 1974 © Imago Foto: Rust

Spion Günter Guillaume bringt Willy Brandt zu Fall

Im April 1974 wird Günter Guillaume als DDR-Spion verhaftet. Der folgenden Medienkampagne ist der Kanzler nicht gewachsen und tritt zurück. mehr

Der unterlegene SPD-Kandidat Helmut Kasimier (l) und SPD-Sozialminister Helmut Greulich (r) nach der Wahlniederlage in Hannover am 15.1.1976 © picture-alliance / dpa Foto: Wolfgang Weihs

Wahl-Krimi im Niedersächsischen Landtag

Es ist alles gut geplant, doch es wird ein Debakel. 1976 scheitern SPD und FDP in Niedersachsen bei der Wahl eines neuen Regierungschefs. Die Ära Albrecht beginnt. mehr

Niedersachsens Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) bei einer Pressekonferenz am 22. Februar 1977 in Hannover. © picture-alliance / dpa Foto: Wolfgang Weihs

Die Entscheidung für Gorleben

Im Februar 1977 verkündet Ministerpräsident Ernst Albrecht die Entscheidung, in Gorleben ein atomares Endlager zu bauen. Heute ist die Diskussion wieder da, wo sie vor 40 Jahren war. mehr

Bauern sammeln sich am 31.03.1979 zur Sternfahrt nach Hannover. © picture-alliance / dpa

"Albrecht wir kommen!" Gorleben-Protest in Hannover

Am 31. März 1979 findet eine der größten Anti-Atom-Demonstrationen der Nachkriegsgeschichte statt. Mehr als 100 Traktoren und Zehntausende Bürger ziehen durch Hannovers Straßen. mehr

Das schwarz/weiß Foto zeigt Demonstranten und Polizisten bei einer Straßenschlacht auf dem Gelände des Atomkraftwerks Grohnde. © picture-alliance / Dieter Klar Foto: Dieter Klar

Anti-AKW-Protest 1977: "Schlachtfeld" Grohnde

Am 19. März 1977 wird der Ort Grohnde bei Hameln schlagartig bekannt. Wegen des geplanten AKW kommt es zwischen Demonstranten und Polizisten zu einer wahren Schlacht. mehr

Das als 'Celler- Loch' bekanntgewordene Mauerstück in der Celler Justizvollzugsanstalt. © dpa - Fotoreport

Juli 1978: Celler Loch erschüttert Niedersachsen

Als am 25. Juli 1978 eine Bombe an der Celler Gefängnismauer detoniert, deutet alles auf Terroristen hin. 1986 kommt heraus, dass die Attentäter Verfassungsschützer waren. mehr

Ein Verdichter schiebt auf dem Gelände der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) Hausmüll breit. (Aufnahme von 2002) © picture-alliance Foto: Jens Büttner

1979: Der Ihlenberg wird zur Deponie

Auf dem Ihlenberg in Mecklenburg lagerte der Westen schon zu DDR-Zeiten Giftmüll. 1979 beschloss das Politbüro den Bau der Müllkippe, die zur größten Sondermülldeponie Europas werden sollte. mehr

Unglücke und Katastrophen

Freiwillige graben im Winter 1979 einen im Schnee stecken gebliebenen Zug aus. © NDR Foto: Dieter Wulff

1978/1979: Der Norden versinkt im Schnee

Extreme Schneefälle mit meterhohen Verwehungen und klirrende Kälte stürzen den Norden im Winter 1978/79 ins Chaos. mehr

Das Wrack des am 6. September 1971 bei Hasloh verunglückten Charterflugzeuges vom Typ "BAC 1-11" der Chartergesellschaft Paninternational © picture-alliance / dpa Foto: DB

1971: Notlandung auf Autobahn 7 misslingt

Freudig warten Dutzende Urlauber am 6. September 1971 in Hamburg auf ihren Flug. Für einige wird es eine Reise in den Tod. Kurz nach dem Start muss die Maschine notlanden. mehr

Fotos vom Barkassenunfall im "Hamburger Abendblatt" von 1972

Februar 1972: Tod in der eisigen Elbe

An einem kalten Februarmorgen im Jahr 1972 prallen im Hamburger Hafen zwei Schiffe zusammen. Die Barkasse "Cäsar II" versinkt in der Elbe. 17 Menschen ertrinken. mehr

Ein Löschfahrzeug steht Ende Juli 1975 auf einem Stoppelfeld vor einem brennenden Feld bei Eschede. © dpa Foto: Oldershausen

Von Flammen überrollt: Tödliche Katastrophe in der Heide

Trockenheit, Hitze und Wind: Im August 1975 wüten in der Südheide und im Wendland verheerende Brände. Sieben Menschen sterben. mehr

Zerstörte Schließfachanlage am Hamburger Hauptbahnhof nach einem Bombenanschlag am 13. September 1975

Linker Terror? Bombenanschlag in Hamburg vor 45 Jahren

Elf Menschen werden verletzt, als vor 45 Jahren im Hamburger Hauptbahnhof eine Bombe explodiert. Medien und Ermittler haben sofort die RAF in Verdacht - doch die distanziert sich. mehr

Das Containerschiff "Anders Maersk" im Hamburger Hafen im Januar 1976 © NDR

Viele Tote bei Explosion im Hamburger Hafen

9. Januar 1976: Im Maschinenraum des Schiffneubaus "Anders Maersk" explodiert ein Dampfkessel. Mit ungeheurem Druck schießt 300 Grad heißer Dampf heraus. 27 Arbeiter sterben. mehr

Reparaturarbeiten nach dem Dammbruch am Elbe-Seitenkanal 1976 © picture-alliance / dpa Foto: Lothar Heidtmann

Dammbruch: Als der Elbe-Seitenkanal auslief

Nur 33 Tage nach der Eröffnung kommt es am Elbe-Seitenkanal am 18. Juli 1976 zur Katastrophe: Ein Damm bricht, Wasser schießt ins Umland. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. mehr

München © Hapag-Lloyd AG, Hamburg

1978: Container-Schiff "München" sinkt im Atlantik

In den 70er-Jahren war die "München" eines der größten Frachtschiffe der Welt. Vor 40 Jahren sank sie im Nordatlantik, 28 Menschen starben. Die Gründe sind bis heute ungeklärt. mehr

Gesellschaft

Oswald Kolle und seine Frau Marlies 1968 in Italien © picture-alliance / Sven Simon Foto: Sven Simon

Oswalt Kolle wird zum "Aufklärer der Nation"

Offen über Sex sprechen? In den 60ern und frühen 70ern noch ein Skandal. Oswalt Kolles Bücher und Filme lösen daher Empörung, aber auch Begeisterung aus. Er wird zum Aufklärungspionier. mehr

Oldenburger Studenten mit Polizisten vor einem Hauseingang. © Universität Oldenburg

Durch Protest ans Ziel: Gründung der Uni Oldenburg

Die Universität Oldenburg feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Studenten und Lehrende haben sich gerade in den ersten Jahren immer wieder für die Belange ihrer Uni eingesetzt. mehr

Tanz im Partykeller © picture-alliance / dpa Foto: Heinz-Juergen Goettert

Plötzlich erwachsen: Volljährig mit 18

Nach jahrelangen Debatten tritt am 1. Januar 1975 ein Gesetz in Kraft, das die Volljährigkeit um drei Jahre herabsetzt. Endlich dürfen die 18-Jährigen über sich selbst bestimmen. mehr

Ein Flüchtlingsboot kentert Ende der 70er-Jahre beim Anlegen an die "Cap Anamur". Alle Flüchtlinge konnten gerettet werden. © dpa - Bildarchiv Foto: Scharsich

Wie die "Cap Anamur" die Boatpeople rettete

Am 13. August 1979 startet der Frachter "Cap Anamur" seine erste Hilfsaktion, um in Seenot geratene Flüchtlinge vor Vietnam aufzunehmen. 11.000 Boatpeople können bis 1987 gerettet werden. mehr

Szene aus der Dokumentation "Das Haus in Steilshoop" - NDR 1973 © NDR Foto: Screenshot

"Assis" und Akademiker: Konnte das gut gehen?

Anfang der 1970er-Jahre startet in Hamburg-Steilshoop ein soziales Experiment: Arbeiter, Akademiker, Großfamilien und Ex-Knastis ziehen als Mega-WG in einen Plattenbau. mehr

Verkehr

Ein blumengeschmückter S-Bahn-Zug mit Hamburg-Fahne. Helga Feddersen steht auf dem Bahnsteig, der Lokführer schaut aus der Tür. © dpa

Ein "Superbahnhof unter Wasser"

Züge unten, Schiffe oben: 1973 ging in Hamburg das viergeschossige Nahverkehrs-Drehkreuz Jungfernstieg mit der neuen Linie U2 ans Netz, wenig später auch die City-S-Bahn. mehr

Liebevoll mit Blumen geschmückt rollt der letzte in Europa produzierte VW-Käfer am 19. Januar 1978 im Emdener VW-Werk vom Band. © picture alliance

Ende einer Ära: Letzter deutscher VW Käfer rollt vom Band

Am 19. Januar 1978 ist im Emder VW-Werk der letzte in Deutschland produzierte Käfer vom Band gerollt. Das Kult-Auto hatte für den Standort in Ostfriesland eine enorme Bedeutung. mehr

Musik und Kultur

Jimi Hendrix auf der Bühne des "Love + Peace"-Festivals auf Fehmarn 1970. © picture-alliance / dpa Foto: Dieter Klar

Als Jimi auf die Insel kam

Es soll das deutsche Woodstock werden: Tausende Hippies pilgern vor 50 Jahren zum Love & Peace Festival nach Fehmarn, um ihrem Gitarren-Gott zu huldigen: Jimi Hendrix. Es wird sein letzter Festival-Gig. mehr

Besucher warten vor dem Eingang zum Musikclub Onkel Pö.

Onkel Pö: Wo Lindenberg und Jarreau zu Stars wurden

In der Hamburger Kultkneipe traten Musiker aus aller Welt auf und starteten ihre Karrieren. Am 1. Oktober vor 50 Jahren ging es los. mehr

Das Kultur- und Kommunikationszentrum Fabrik in Hamburg-Altona © Fabrik Hamburg

"Kultur für alle" - die Hamburger Fabrik

Im Juni 1971 öffnet in einer ehemaligen Munitionsfabrik in Hamburg-Altona das erste deutsche Kultur- und Kommunikationszentrum. "Kultur für alle" lautet das Ziel. mehr

Udo Lindenberg im Januar 1979 bei den Proben für seine "Dröhnland-Symphonie" in Bremen © picture-alliance / dpa Foto: Schilling

Pinguine im Nebel - Lindenbergs Rock-Revue '79

Es war ein riesiges Rockspektakel auf deutschen Konzertbühnen: Am 19. Januar 1979 startete Udo Lindenberg seine Revue in Bremen, inszeniert von Theaterregisseur Peter Zadek. mehr

Sport

Die olympische Flagge weht über einer Menschenmenge. © ARD

1972: Verschlafenes Kiel wird Sporthauptstadt

Im Sommer 1972 wird Kiel zum Hotspot der Wassersport-Szene: Die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele werden hier ausgerichtet. Das Großereignis beschert der Stadt einen Aufschwung. mehr

Der DDR-Spieler Jürgen Sparwasser (Mitte) jubelt am 22.6.1974 im Hamburg nach seinem Tor gegen die Bundesrepublik. © dpa - Sportreport

WM 1974: Die DDR schlägt den "Klassenfeind"

Beim WM-Spiel 1974 in Hamburg schlägt die DDR das DFB-Team überraschend mit 1:0. Von der totalen Überwachung der DDR-Spieler und -Fans bekommen die Westdeutschen nichts mit. mehr

Multimedia-Doku

Kriminalbeamte führen Honka zum Strafjustizgebäude. © ullstein bild - Lutz Jaffé Foto: Lutz Jaffé

Fritz Honka - der Frauenmörder von St. Pauli

Er zerstückelte vier Frauen und versteckte die Leichen in seiner Hamburger Wohnung. Am 17. Juli 1975 wird der Fall enthüllt. mehr

Norddeutsche Geschichte