Stand: 24.08.2018 12:09 Uhr

Schulabgänger ohne Abschluss

Im Vergleich zu anderen Ländern ist es in Deutschland relativ schwer, ohne Schulabschluss einen passenden Job zu finden. Selbst Absolventen mit einem Hauptschulabschluss haben es oft nicht leicht, eine Arbeit zu finden. Richtig schlecht sieht es ganz ohne Schulabschluss aus.

Mit mehr als 49.000 Schulabgängen (6 Prozent der gleichaltrigen Bevölkerung) haben laut Bundesbildungsbericht 2016 wieder mehr Jugendliche als in den Vorjahren die Schule verlassen, ohne mindestens den Hauptschulabschluss erreicht zu haben. Dabei handelt es sich vornehmlich um einen Anstieg bei ausländischen Jugendlichen. In den Jahren davor war die Abbrecherquote stetig gefallen: 2009 waren es 6,6 Prozent, 2013 nur noch 5,2 Prozent.

Bei den steigenden Abbrecherzahlen handelt es sich laut Bildungsbericht jedoch nicht um einen generellen Trend. "So erhöhten sich zwar Zahl und Quote in einigen Landesteilen deutlich (Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland), in anderen Ländern setzte sich jedoch der Positivtrend einer Reduzierung der Abgängerzahl und -quote auch zwischen 2014 und 2016 fort (Bremen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen)."

Überdurchschnittliche Abbrecherquoten gebe es in Ostdeutschland und vor allem bei den Ländern mit hohen Schüleranteilen, die Mindeststandards beim Lesen nicht erreichen. Lesefähigkeit könnte die zentrale Kompetenz sein, die über einen erfolgreichen Abschluss an einer Schule entscheidet.

Die folgende Grafik zeigt die Abbrecherquoten nach Bundesländern und Geschlecht. Lesebeispiel: In Niedersachsen haben 4 Prozent der weiblichen Schüler die Schullaufbahn ohne Abschluss beendet, aber 6 Prozent der männlichen Schüler. Die Prozentwerte zeigen den Anteil der Abgänger an der gleichaltrigen Bevölkerung.

Auf Kreise heruntergebrochen (Zahlen von 2014) ist der Anteil der Schulabbrecher im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt am höchsten - 14,4 Prozent. Eine hohe Zahl von Schulabbrechern gibt es vor allem in den ostdeutschen Regionen sowie in Schleswig-Holstein. In Bayern hingegen sind die Abbrecherquoten vergleichsweise niedrig.

 

Links

Soziale Herkunft beeinflusst Bildungschancen

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kritisiert, dass die soziale Herkunft großen Einfluss auf die Chancen von Schülern hat. Auch die Unterschiede zwischen den Ländern seien groß. extern

Schlechtere Noten für Schüler mit ausländischem Namen

Eine Studie der Universität Mannheim zeigt, dass Grundschüler mit ausländischem Namen im Fach Deutsch schlechter benotet werden. Befragt wurden 204 Lehramts-Studierende. extern

Privatschulen im Schuljahr 2016/2017

Daten des Statistischen Bundesamtes (PDF): Im Schuljahr 2016/17 gab es 5.836 Privatschulen in Deutschland, das sind 81 Prozent mehr als im Schuljahr 1992/93. extern

OECD-Studie 2017: Bildung in Deutschland

Informationen über den Stand der Bildung in Deutschland: Daten zum Aufbau, zur Finanzierung und zur Leistung der Bildungssysteme im internationalen Vergleich. (PDF) extern

Weitere Informationen

Großes Gefälle: Abiturquote hängt vom Wohnort ab

Ob ein Schüler Abitur macht, hängt offenbar auch von dem Umfeld ab, in dem er lebt. Das zeigen Zahlen des Landesamtes für Statistik. Eine Spurensuche in Braunschweig und Cloppenburg. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Forum am Sonntag | 11.11.2018 | 06:05 Uhr