Stand: 11.11.2019 14:55 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Auf den Spuren einer Tontechnikerin

Schüler interviewen den Sprecher des Bistums Osnabrück.  Foto: Maria Kellinghaus
Tontechnikerin Karin Liekam arbeitet seit 40 Jahren beim NDR.

Wir haben die 65-jährige NDR-Tontechnikerin Karin Liekam für einen Tag begleitet und haben diesen abwechslungsreichen Beruf kennengelernt.

In Karin Liekams Schulzeit lagen ihr die Fächer Physik, Mathe und Chemie, doch die Vorstellung, in welche Richtung ihr späterer Beruf gehen sollte, kam erst durch eine Anregung ihrer Mutter. "Was bin ich?", eine Sendung der 1970er Jahre, stellte den Beruf Tontechniker vor. Ihre Mutter sah diese Sendung und brachte Karin mit 16 Jahren dazu, ein Praktikum zu machen. Anschließend ging sie auf eine Privatschule in Nürnberg, um eine Ausbildung zur Tontechnikerin zu machen. Die Aufnahmeprüfungen gestalteten sich als sehr anspruchsvoll, denn Fähigkeiten, wie ein gutes Gehör und Belastbarkeit in Stresssituationen zu haben, sind ausschlaggebend für diesen Beruf. Heute ist Karin schon seit über 40 Jahren beim NDR festangestellt.  

Technik hat sich verändert

Ihre Arbeit hat sich über die Jahre sehr verändert. Denn die Technik entwickelte sich vom analogen Schnitt zum digitalen Schnitt. Anfangs schnitt Karin manuell die Tonbänder und legte diese zusammen, damit ein fertig geschnittener Beitrag zustande kam. Inzwischen arbeitet sie mit modernen Schnittprogrammen auf vielen Computern.  Als erste Frau in Deutschland begleitete Karin Liekam eine Außenübertragung für das Studio Oldenburg.

Fahren von Live-Sendungen gefällt ihr am besten

Heute wird Karins Beruf auch als Cutterin bezeichnet, denn das Schneiden und Bearbeiten von Filmmaterial beherrscht sie ebenfalls. Viele weitere Bereiche weist der Beruf Cutter auf. Natürlich muss sie sich auch mit Filmkameras auskennen. Karin Liekam selbst gefallen besonders Live-Sendungen, wo sie Bild und Ton reguliert, und das Arbeiten bei Außenübertragungen. Auch wenn dies schon einmal bedeutete, eine Wanderung im Watt zu überstehen.

Wettlauf gegen die Zeit

Karins Arbeitstag beginnt meistens um 11.30 Uhr, doch sie arbeitet auf Zuruf, wenn ihre Leistung benötigt wird. Als erstes fährt sie die Computer hoch und wirft einen Blick in einen Kalender, um zu sehen, welche Beiträge geschnitten werden müssen. Häufig wartet Karin sehr lange auf das Rohmaterial der Reporter. Doch wenn ihr dieses dann zur Verfügung steht, beginnt der Wettlauf gegen die Zeit. Vorgegeben sind nämlich ein genauer Abgabetermin und die Länge der Beiträge. Im Regelfall benötigt Karin für eine Minute Filmmaterial eine ganze Stunde zum Schneiden. Nun kann man sich vorstellen, unter welchem Zeitdruck sie arbeiten muss. Noch kritischer wird es für sie, wenn aktuelle Themen schnell geschnitten werden müssen, weil diese noch am gleichen Tag gesendet werden sollen. 

Kurz vor dem Ruhestand

Karin hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Sie setzt die Wünsche der Redakteure und Reporter um. Jedes Material wird auf einer Datenbank gespeichert, auf die weitere NDR-Redaktionen zugreifen können, deshalb ist eine genaue Beschriftung der Arbeiten erforderlich. Das gehört auch zum Job dazu. In einem halben Jahr geht Karin in ihren verdienten Ruhestand - nach 41 Jahren Arbeit bei dem NDR. Ein echtes Urgestein!

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 11.11.2019 | 17:00 Uhr