Stand: 12.12.2016 13:21 Uhr  | Archiv

So viel Gift steckt im Weihnachtsbaum

von Daniel Krull, David Peuyn

Weihnachten ohne Baum ist für viele Deutsche unvorstellbar: Etwa 30 Millionen Nordmanntannen, Blaufichten und Edeltannen werden jährlich in Deutschland verkauft. Viele Bäume stammen von intensiv bewirtschafteten Flächen, auf denen Pestizide gegen schädliche Insekten und wildwachsende Pflanzen eingesetzt werden. In einer Stichprobe vergleicht Markt etwa gleich große Nordmann-Tannen

  • aus Dänemark von Hornbach für 27,99 Euro
  • aus Dänemark von Bauhaus für 39,95 Euro
  • aus Norddeutschland von Obi für 24,99 Euro
  • aus Norddeutschland von einem Direktvermarkter für 35 Euro
  • aus Norddeutschland von der Baumschule Henning Pein für 48 Euro

Die Bäume werden im Labor für Rückstandsanalytik in Bremen auf mehr als 200 Giftstoffe untersucht.

Wie viel Gift steckt in Weihnachtsbäumen?

Woher stammen Weihnachtsbäume?

Mehr als 80 Prozent der Weihnachtsbäume wachsen in Deutschland heran, der Rest wird überwiegend aus Dänemark importiert. Die wichtigsten deutschen Anbauflächen liegen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Bäume müssen etwa zehn Jahre wachsen, bis sie rund zwei Meter groß sind. Dann werden sie gefällt und verkauft.

Was kostet der Weihnachtsbaum?

Die Preise für Weihnachtsbäume sollen in diesem Jahr trotz des trockenen Sommers nur leicht steigen, so der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger. Eine gut gewachsene, zwei Meter große Nordmanntanne koste etwa 36 bis 48 Euro. Blaufichten gleicher Länge schlagen mit etwa 20 bis 30 Euro zu Buche. Der Preis für einfache Fichten liegt bei sechs bis zehn Euro pro Meter. Spürbar günstiger werden weniger perfekt geformte Bäume angeboten.
Deutliche Preisunterschiede bestehen zwischen dem Fachhandel wie Baumschulen oder Gärtnereien, speziellen Verkaufsständen in Städten sowie Bau- oder Supermärkten.

Manche Experten raten aus ökologischen Gründen Fichten, Kiefern oder Tannen zu kaufen, die bei der Durchforstung heimischer Wälder anfallen. Allerdings decken sie nur rund fünf Prozent des Bedarfs. Mindestens alle zehn Jahre müssen in jungen Waldbeständen einige Bäume weichen, damit sich die kräftigsten Stämme weiterentwickeln können.

Ist der Baum noch frisch?

Weihnachtsbäume aus der Region haben kürzere Transportwege und sind daher meist frischer. Ob ein Baum vor Kurzem geschlagen wurde, lässt sich an der hellen Schnittfläche erkennen. Bei Bäumen, die schon länger gelegen haben, wird die Schnittstelle grau. Ein weiterer Hinweis sind die Nadeln: Stechen sie bereits beim Kauf in die Haut, ist der Baum nicht mehr frisch.

Ganz frisch ist der Weihnachtsbaum, wenn man ihn selbst schlägt. Forstämter, Baumschulen und Bauernhöfe bieten das an vielen Orten im Norden an, besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

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Satt grün oder bläulich, lange oder kurze Nadeln: Als Weihnachtsbaum eignen sich verschiedene Baumarten. Mit einem Marktanteil von fast 80 Prozent sind Nordmanntannen die beliebtesten Bäume zum Fest. Ihre Nadeln sind relativ weich, trocknen nicht so schnell aus und fallen auch trocken kaum ab. Allerdings verströmen Nordmanntannen nicht den typischen Tannenbaum-Duft, denn der Harz-Gehalt ist gering. In der Käufergunst folgen Blaufichte, Fichte und Edeltanne.

Biobäume sorgen für gutes Klima

Empfehlenswert, und oft nicht viel teurer als konventionelle, sind ungespritzte, ökologisch gezogene Weihnachtsbäume. Auch sie stammen aus Kulturen, wachsen aber ohne Spritzmittel-Einsatz. Das ist nicht nur gut für die Natur, sondern auch für das Raumklima. Öko-Weihnachtsbäume gibt es etwa bei Bio-Landwirten zu kaufen. Verbraucher erkennen sie beispielsweise an einem Zertifikat der Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft, Forest Stewardship Council (FSC). Das grüne Logo mit einem stilisierten Baum wird nur an Forstbetriebe mit umweltverträglicher Waldwirtschaft vergeben. Etwa zehn Prozent der Waldfläche in Deutschland ist bisher entsprechend zertifiziert.

Bäume mit Ballen wachsen selten weiter

Der Kauf eines Nadelbaums mit Ballen scheint ökologisch sinnvoll, ist es aber nicht. Grund: Beim Ausgraben geht viel Wurzel und Ackerkrume verloren. In Hanglagen kann das die Erosion fördern. Außerdem wächst ein Baum, der bei 20 Grad Wärme im Zimmer gestanden hat und dann ins Freie gesetzt wird, in der Regel nicht wieder an. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte den Baum nur wenige Tage ins Zimmer holen und ihn erst einpflanzen, wenn der Boden frostfrei ist.

So bleibt der Weihnachtsbaum lange frisch

  • Bei längerem Transport auf dem Autodach den Baum in Folie einschlagen. Sonst verliert er im Fahrtwind erhebliche Mengen Wasser und trocknet aus.
  • Den Baum zu Hause kühl stellen - am besten auf Terrasse, Balkon oder im Keller in einem Eimer Wasser - und erst kurz vor dem Fest in die Wohnung holen.
  • Den Baum auch in der Wohnung mit Wasser versorgen. Die Aufnahme wird erleichtert, wenn die Sägestelle frisch ist. Den Stamm also vor dem Aufstellen einige Zentimeter absägen und in einen Ständer mit Wasserbehälter stellen. Diesen regelmäßig nachfüllen. Ein etwa zwei Meter hoher Baum braucht rund zwei Liter Wasser am Tag.
  • Den Baum möglichst weit entfernt von der Heizung oder anderen Wärmequellen aufstellen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 12.12.2016 | 20:15 Uhr

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