Stand: 28.01.2018 23:06 Uhr  | Archiv

Migräne erkennen und behandeln

Diagnose

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Die Kopfschmerzen sind häufig so schlimm, dass Betroffene an Migräne-Tagen komplett "ausfallen".

Sind es "nur" häufige Kopfschmerzen, oder ist es Migräne? Wer mehr als 15 Tage im Monat von Kopfschmerzen geplagt wird, leidet vermutlich unter chronischer Migräne. Für eine genaue Diagnose benötigt der Arzt nach der körperlichen Untersuchung eine detaillierte Beschreibung der Beschwerden, die bei der Schmerzattacke auftreten. Entscheidend sind Angaben wie Ort und Dauer der Kopfschmerzen, Abstand zwischen den Attacken und eventuelle Begleitsymptome. Kopfschmerz-Fragebogen und -Tagebuch (auf Papier oder als App) erleichtern die Diagnose.

Therapie

Migräneattacken sind individuell sehr verschieden - ebenso die passenden Behandlungsmethoden. Fest steht: Ein Wundermittel, das die Kopfschmerzen von heute auf morgen auf Dauer beendet, gibt es nicht. Auch nicht das eine Ernährungskonzept, das bei allen Migränepatienten gleichermaßen gut anschlägt. Doch trägt generell eine Ernährungsumstellung in Kombination mit Änderungen des Lebensstils nachweislich zur Linderung der Migräne bei. Insbesondere ist Vorsicht geboten bei "Triggern": Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern und bei histaminreichen Lebensmitteln - wie etwa Erdbeeren, Zitrusfrüchten, Schokolade, Rotwein, Salami, vielen Fertiggerichten und einigen Käsesorten. Daneben profitiert der gesamte Stoffwechsel von einer reduzierten Kohlenhydratzufuhr: also weniger Weißmehl und weniger Süßes!

Regelmäßiger Ausdauersport (Laufen, Schwimmen, Radfahren) sowie Entspannungsverfahren, zum Beispiel Autogenes Training, senken den Stresshormonspiegel und haben sich bei vielen Migränepatienten zur Vorbeugung bewährt. Bei manchen hilft Hypnose, einen Versuch wert ist zudem das Anwenden komplementärer Behandlungsformen wie Akupunktur oder Biofeedback-Verfahren.

Tipps zur Vorbeugung

  • Bringen Sie Struktur in Ihren Tagesablauf, halten Sie Ruhephasen ein und schlafen Sie ausreichend.

  • Gehen Sie möglichst häufig und lange an die frische Luft.

  • Meiden Sie körperliche Überlastung.

  • Begrenzen Sie Ihren Umgang mit elektronischen Medien.

  • Trinken Sie ausreichend, mindestens zwei Liter pro Tag.

  • Gehen Sie nicht ohne Frühstück aus dem Haus und nehmen Sie die letzte Mahlzeit spätestens 2,5 Stunden vor dem Schlafengehen ein.

  • Essen Sie drei Mahlzeiten pro Tag, davon eine warme. Essen Sie in Ruhe und lassen Sie keine Mahlzeit ausfallen.

  • Meiden Sie Lebensmittel mit Histamin, zum Beispiel Tomaten, Zitrusfrüchte, Schokolade und Rotwein.

  • Meiden Sie Fertigprodukte und Lebensmittel mit dem Geschmacksverstärker Glutamat oder mit Konservierungsstoffen wie Pökelsalz, Tartazin und Benzoesäure.

  • Ein Migräne-Tagebuch kann helfen, die Auslöser (Trigger) herauszufinden.

  • Bei beginnendem Kopfschmerz kann ein Fußbad mit Senfmehl helfen.

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Klassische Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), Paracetamol oder Ibuprofen können während eines Migräneanfalls helfen. Nach ärztlicher Verordnung kommen zudem spezifische Medikamente aus der Substanzgruppe der Triptane zum Einsatz. Wichtig ist allerdings, solche Medikamente nicht öfter als zahnmal im Monat einzunehmen, da sie sonst ihrerseits Migräneattacken fördern können.

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Die Ernährungs-Docs | 29.01.2018 | 21:00 Uhr

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