Stand: 31.07.2017 10:54 Uhr  | Archiv

COPD erkennen und behandeln

Diagnose

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Einmal kräftig pusten! Dr. Matthias Riedl (l.) untersucht mit dem Spirometer die Lungenfunktion von Dirk S., immer mehr Gewicht und Energie verliert.

Der Arzt erfragt, wie es ums Rauchen und die körperliche Leistungsfähigkeit steht. Außerdem wird er die Lunge auf typische Geräusche hin abhorchen und abklopfen. Mit apparativen Lungenfunktionstests wie Spirometrie (Atemvolumenmessung) oder Blutgasanalyse kann er sich ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Lunge machen. Ein einfacher Bluttest - ähnlich der Blutzuckermessung - kann außerdem Aufschluss über einen möglichen AAT-Mangel geben.

Therapie

Wichtigste Maßnahme: das Rauchen aufgeben und sich nicht mehr in verräucherten Räumen aufhalten! Um schweren Lungeninfektionen vorzubeugen, sollte Betroffene sich gegen Grippe (Influenza) und Pneumokokken impfen lassen.

Die Ernährung ist mitentscheidend für den Verlauf der Krankheit. Jedes überschüssige Kilo belastet den Körper - Übergewichtige müssen also abnehmen. Untergewichtige müssen zulegen. Dafür braucht der Körper pro Tag rund 500 bis 1000 zusätzliche Kalorien. Dies wird in erster Linie durch eine vollwertige Kost mit höherer Kaloriendichte erreicht, weniger durch eine größere Nahrungsmenge.

Basis der Ernährung sollten Gemüse, Obst und Vollkornprodukte bilden, die mit Fisch, Eiern und fettreichen Milchprodukten ergänzt werden. COPD-Patienten brauchen für den Erhalt der Muskeln deutlich mehr Eiweiß als Gesunde. Wegen des hohen Osteoporose-Risikos muss auch auf eine ausreichende Zufuhr von Kalzium geachtet werden, in Form von Milchprodukten und grünen Gemüsen. Gleichzeitig sind hochwertige Pflanzenöle wichtig, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind - gegen die chronische Entzündung der Atemwege, für das Immunsystem.

Eine weitere entscheidende Säule der Therapie ist regelmäßige Bewegung. Betreiben Sie Lungensport, erlernen Sie Dehnübungen und gehen Sie zum Atemtraining - eine gute Atemtechnik optimiert die Belüftung der Lungen und damit die Sauerstoffversorgung. Das richtige Abhusten wird ebenfalls beim Atemtraining erlernt und kann durch Klopfmassagen unterstützt werden.

 

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 21.01.2018 | 12:55 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/COPD-erkennen-und-behandeln,copd116.html

Ernährungs-Therapie

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