Stand: 07.09.2016 11:05 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Parkinson wirksam behandeln

Manfred: Hallo, ich bin 44 Jahre, männlich und weiß seit einem Jahr, dass ich Parkinson habe. Seit vielen Jahren klage ich bei Ärzten, dass ich oft Krämpfe bekomme beim Schwimmsport und dass ich bei egal welcher körperlich mittelmäßig anstrengender Bewegung extrem starken Muskelkater bekomme, der zum Teil bis zu vier Tage anhält. Was kann ich dagegen tun? Was geht in meinen Muskeln vor? Wo kommt dieser starke Muskelkater her?

Buhmann: Muskelkrämpfe sind bei Parkinson häufiger als bei Gesunden und können wiederum verschiedene Ursachen haben. Hier wären die Medikamenten-Anamnese und die körperliche Untersuchung nötig, um Sie gezielter zu beraten.

Waldchrissi: Ich habe unter Requip Modutab eine starke Kaufsucht entwickelt. Nach Absetzen der Medikamente ist diese komplett verschwunden. Nun bekomme ich nur noch Levodopa, und leide, im Gegensatz zur Einnahme von Requip, wieder stärker unter den typischen Parkinson-Symptomen. Da ich erst 50 Jahre alt bin und seit sechs Jahren erkrankt, würde ich gerne die Dopamindosis so gering wie möglich halten und stattdessen so lange wie möglich Agonisten einnehmen. Meine Neurologin meint aber, dass alle Agonisten Süchte auslösen können, und rät mir zu einer höheren L-Dopa-Dosis. Was sagen Sie dazu?

Buhmann: Leider ist das richtig. Häufig ist das ein "Klassen-Effekt", d.h., alle Dopamin-Agonisten verursachen diese Problematik. Möglicherweise aber unterschiedlich stark. Hier könnte man einen anderen Dopamin-Agonisten ausprobieren. Wenn das Problem jedoch bleibt, müssen Sie auf diese Substanzklasse verzichten und gegebenenfalls eine optimierte L-Dopa-Therapie durchführen. Im Übrigen wenden wir die Tiefe Hirnstimulation genau dann häufiger bei jungen Patienten an, wenn dieses Problem besteht, da die Medikamente nach der OP in der Regel um ca. 50 Prozent verringert werden können (und damit die Nebenwirkungen).

Unbekannt: Bei meiner 83-jährigen Mutter scheint die Parkinson-Diagnose gesichert zu sein, sie bekommt L-Dopa. Sie klagt aber immer noch über mangelnde Beweglichkeit, Zittern und Müdigkeit. Sind das Symptome, dir darauf hinweisen, dass die L-Dopa-Dosis erhöht werden sollte? Und sollte sie regelmäßig zum Neurologen oder reicht die Begleitung durch den Hausarzt bei Parkinson?

Buhmann: Dies klingt nach einem relativen Dopamin-Mangel, sodass eine Dosis-Erhöhung sinnvoll sein kann. Die Behandlung sollte ein Arzt vornehmen, der sich mit Parkinson auskennt, dies kann sowohl ein Hausarzt als auch ein Neurologe sein.

Klecks: Ist Parkinson erblich?

Buhmann: In einem Teil der Fälle ja.

Blumeli: Nach DAT-SCAN-Untersuchung wurde Verdacht auf M. Parkinson festgestellt. Wie sicher sind diese Aussagen, zumal mir vorher Valium verabreicht wurde, damit ich das MRT besser überstehe? Ich nehme Sormodren 4 mg 2 x täglich und 1 x Xadago 50 mg. Kann dadurch Alzheimer entstehen? Ich selber habe Zweifel, ob ich überhaupt Parkinson habe oder ob es nicht ein psychologischer Tremor ist.

Buhmann: Ich empfehle Ihnen eine klinische Untersuchung bei einem Parkinson-Experten.

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Visite | 06.09.2016 | 20:15 Uhr

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