Stand: 07.09.2016 11:05 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Parkinson wirksam behandeln

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Dr. Carsten Buhmann ist Facharzt für Neurologie an der Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf.

Morbus Parkinson ist eine der bekanntesten und häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Die Krankheit äußert sich durch verlangsamte Bewegungen, Muskelzittern, starre Haltung oder instabilen Gang. Wenn die medikamentöse Therapie an ihre Grenzen kommt, kann dem Parkinson-Patienten ein Hirnschrittmacher implantiert werden. Wie funktioniert so ein Schrittmacher? Wann und für wen ist ein Hirnschrittmacher sinnvoll? Wie kann Parkinson bestmöglich behandelt werden?

Neurologe Dr. Carsten Buhmann hat Fragen zum Thema im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Explorer: Guten Abend, Herr Dr. Buhmann, bei mir wurde im April MP diagnostiziert. Frühes Stadium. Nach Levodopa-Test aktuell keine Medikamente. In Ihrem Bericht hörte ich, dass frühzeitig eingenomme Medikamente den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Aber mein Neurologe sagte, dass diese nur die Symptome, aber nicht den Verlauf beeinflussen (Stand nach fünf oder zehn Jahren wäre gleich). Ist das richtig?

PD Dr. med. Carsten Buhmann: Eine frühe Behandlung macht Sinn, da nachweislich im Gehirn der Botenstoff Dopmin fehlt und es aus verschiedenen Gründen Sinn macht, sobald man dies erkennt, diesen zu ersetzen. Ansonsten muss sich das Gehirn "mehr anstrengen", um das Defizit zu kompensieren, und dies könnte für den Langzeitverlauf der Erkrankung nachteilig sein. Aber Sie haben Recht, es gibt bisher keinen Beweis, dass die frühzeitige Einnahme eines Medikaments den Krankheitsverlauf verändert. Man weiß aber sehr wohl, dass Patienten, die mit einer Behandlung warten, im Vergleich mit Patienten, die gleich damit beginnen, nach neun bis zwölf Monaten deutlich mehr beeinträchtigt sind. Fazit: Behandlung nach Diagnosestellung beginnen!

Unbekannt: Bei meinem Vater ist aktuell die Diagnose Parkinson gestellt worden. Ich habe von einer Studie des Max-Planck-Institutes über die Wirkung des "Bulgaren-Joghurts" gelesen. Können Sie mir etwas darüber sagen?

Buhmann: Wenn es Ihnen schmeckt, gerne, den Parkinson wird es nicht beeinflussen. Bitte nicht zeitgleich mit L-Dopa einnehmen, sonst wirkt das L-Dopa nicht.

Jan: Ich bin jetzt 27 Jahre und im Alter von 22 Jahren wurde bei mir Parkinson bestätigt. Würde in meinem Alter die Hirnstimulation-OP auch schon in Frage kommen?

Buhmann: Ja, wenn Ihre Symptome durch eine optimierte medikamentöse Behandlung nicht ausreichend kontrolliert sind, sind gerade junge Patienten besonders geeignet für diese OP.

Dieses Thema im Programm:

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