Sendedatum: 13.03.2012 20:15 Uhr  | Archiv

Zusatzleistungen beim HNO-Arzt

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Preise vergleichen lohnt sich.

Immer häufiger bieten Mediziner Leistungen an, die nicht von den Krankenkassen bezahlt werden, die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Doch nicht alles, was es in der Praxis zu kaufen gibt, ist auch sinnvoll. In der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde müssen Patienten nicht nur Vorsorgeuntersuchungen, sondern auch manche Therapien selbst bezahlen.

Bei einem Hörsturz wurde lange standardmäßig eine Infusionstherapie verordnet, doch deren Nutzen wurde nie nachgewiesen - die Krankenkassen bezahlen sie deshalb nicht mehr. Teilweise werden die Infusionen mit durchblutungsfördernden Medikamenten oder Kortison angereichert, aber auch deren Wirkung ist in diesem Fall umstritten. Wer diese Therapie dennoch möchte, muss sie selbst bezahlen.

Schnarchen: Wann zahlt die Kasse?

Ein häufiges Problem ist das Schnarchen. Kommt es dabei zu Atemaussetzern, handelt es sich um ein gravierendes Gesundheitsproblem und alle Behandlungen in diesem Zusammenhang sind Kassenleistungen. Ist das Schnarchen aber nur ein störendes, soziales Problem, zahlt die Kasse nicht. Vieles kann der Arzt bereits mit bloßem Auge erkennen, mit einem Druckmesskatheter kann er die Herkunft des Schnarchens noch etwas genauer eingrenzen. Doch diese Untersuchung muss der Patient selbst bezahlen.

Liegt die Ursache des Schnarchens in einem flatternden Gaumensegel oder einem zu langen Zäpfchen, gibt es eine Reihe von Selbstzahlerleistungen, die das geräuschvolle Flattern verhindern: Radiofrequenz- und Lasertherapien sowie Stäbchen, die in den weichen Gaumen eingesetzt werden. Experten geben zu bedenken, dass sich mit solchen Methoden zwar einiges erreichen lässt, der Erfolg aber oft nicht befriedigend ist.

Lagerungsschwindel: Behandlung wird nicht übernommen

Eindeutig positiv ist die Position der Experten dagegen beim sogenannten gutartigen Lagerungsschwindel: Dabei verstopfen winzige Steinchen im Innenohr einen Gang. Sie werden mit einem ruckartigen Lagerungsmanöver des Arztes gelöst, ein anerkanntes, erfolgreiches Verfahren, das - obwohl eindeutig wirksam und notwendig - nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Experten hoffen, dass diese erfolgreiche Therapie wieder in den Leistungskatalog aufgenommen wird und raten Patienten derweil, die Behandlungskosten aus der eigenen Tasche zu zahlen.

Preise vergleichen lohnt sich

Umstritten sind dagegen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen der Ohren, Nase, Mundhöhle und des Rachens, die Experten allenfalls für die Mund- und Rachenschleimhaut von Rauchern für sinnvoll halten. Denn wenn es einen Anhalt für eine Störung gibt, sind solche Untersuchungen selbstverständlich eine Kassenleistung.

Generell gilt: Weil Ärzte IGeL-Leistungen privat abrechnen, unterscheiden sich die Endpreise von Praxis zu Praxis. Wer die Preise vergleicht und einen günstigeren Anbieter wählt, kann hier sparen.

Interviewpartner im Beitrag:

Priv.-Doz. Dr. Thomas Koch
Facharzt für HNO-Heilkunde, Allergologie, Umweltmedizin, Plastische Operationen
Calenberger Esplanade 1
30169 Hannover
Tel. (0511) 92 99 40

Prof. Prof. h. c. Dr. med. Thomas Lenarz
Direktor Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover

Dieses Thema im Programm:

Visite | 13.03.2012 | 20:15 Uhr

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