Yoga: Wirksame Übungen für Körper und Geist

Stand: 22.09.2020 10:09 Uhr

Yoga dehnt und stärkt nicht nur die Muskeln, sondern hat auch eine stressreduzierende Wirkung: Regelmäßiges Üben kann den Blutdruck senken und wirkt sich positiv auf das Nervensystem aus.

Der Begriff Yoga bedeutet "Vereinigung" und "Integration" von Körper und Seele. Die vielen verschiedenen Formen des Yoga umfassen sowohl geistige als auch körperliche Übungen, die sogenannten Asanas. Yoga ist aber weit mehr ist als eine Form der Tiefenentspannung. Denn Yoga kann auch Schmerzen lindern, schützt das Herz und stärkt unsere Muskeln. Es gibt sehr viele verschiedene Yoga-Arten. Zu den bekanntesten gehören Hatha -Yoga und Kundalini-Yoga:

  • Hatha-Yoga ist die wohl populärste Yoga-Richtung weltweit. Dabei stehen langsame und entspannte Körper- und Atemübungen im Vordergrund.
  • Kundalini-Yoga ist eine spirituellere Form des Yoga mit vielen Atem- und Meditationstechniken.

Yoga hat stressreduzierende Wirkung

Yoga hat eine stressreduzierende Wirkung: Das Training aktiviert gezielt den Parasympathikus, der im vegetativen Nervensystem die Rolle des "Ruhenervs" einnimmt. Das heißt, er dämpft bestimmte Körperprozesse wie Atmung, Herzschlag und Muskelspannung und sorgt dafür, dass wir uns entspannen und erholen. Die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol wird vermindert. Dabei hat das Training auch günstige Auswirkungen auf den Blutdruck: Wer Yoga gut beherrscht und es regelmäßig ausführt, kann den Blutdruck so beeinflussen, dass Medikamente bei Bluthochdruck unter Umständen nicht mehr nötig sind.

Zudem schüttet das Gehirn mehr Gamma-Aminobuttersäure aus - ein Botenstoff, der zur Entspannung beiträgt. So kann Yoga sogar bei psychischen Erkrankungen wie einem Angstsyndrom helfen.

Training für Muskeln und Bänder

Dazu kommt, dass beim Yoga auch Muskeln, Bänder und Faszien gedehnt und die Muskeln trainiert werden. Besonders die tieferliegenden Muskeln und Muskelgruppen lassen sich ansteuern. Und die Selbstwahrnehmung verändert sich: Wer Rücken- und Nackenbeschwerden hat und regelmäßig Yoga macht, korrigiert auch im Alltag häufiger eine ungesunde Körperhaltung - zum Beispiel beim Sitzen am Schreibtisch. So werden chronische Schmerzen bekämpft.

Wichtig für Anfänger: Eine Altersgrenze gibt es nicht. Trainiert werden sollte allerdings nur unter Aufsicht von ausgebildeten Lehrerinnen oder Lehrern, denn einige Übungen (zum Beispiel der bekannte Schulter-Stand) können bei zu viel sportlichem Ehrgeiz zu Verletzungen führen. Beim Yoga gilt: Alternativ zu jeder schweren Übung gibt es auch eine leichtere Variante.

Weitere Informationen
Eine Frau steht in einem Wald und breitet die Arme aus. Ihre Augen sind geschlossen. © colourbox Foto: Sergey Nivens

Blutdruck senken mit Entspannung und Bewegung

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Andreas Michalsen
Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie
Charité - Universitätsmedizin Berlin und
Chefarzt Abteilung Naturheilkunde
Immanuel Krankenhaus Berlin, Standort Berlin-Wannsee
Königstraße 63, 14109 Berlin
www.naturheilkunde.immanuel.de

Dr. Helge Riepenhof, Chefarzt
Zentrum für Rehabilitationsmedizin und interdisziplinäre Sportmedizin
BG Klinikum Hamburg
Bergedorfer Straße 10
21033 Hamburg
www.bg-klinikum-hamburg.de

Weitere Informationen
Studie zur Wirksamkeit von Iyengar-Yoga bei chronischen Nacken- und Halswirbelsäulenschmerzen
www.naturheilkunde.immanuel.de

Effekte von Yoga und Entspannungstechniken auf Stressempfinden und Lebensqualität  - Studienteilnehmer gesucht
www.naturheilkunde.immanuel.de

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Visite | 22.09.2020 | 20:15 Uhr

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