Stand: 23.06.2015 14:02 Uhr  - Visite  | Archiv

Das wechselhafte Wetter nervt und macht krank

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Bei trübem Wetter steigt das Risiko für eine Depression.

Kalendarisch ist zwar Sommer, doch der Blick auf das Thermometer und aus dem Fenster lässt daran zweifeln. Das triste, kalte Wetter schlägt nicht nur auf die Gesundheit und sorgt für eine Erkältungswelle im Sommer, es schlägt vielmehr auch auf das Gemüt. Denn Licht beeinflusst sowohl unser Wohlbefinden als auch unseren Hormonhaushalt. Je länger das trübe Wetter andauert, umso größer ist das Risiko einer Depression. Das hängt vermutlich mit dem Eiweiß Melanopsin zusammen. Es befindet sich in den Lichtrezeptoren der Augen. Bei fehlendem Lichteinfall bleibt das Eiweiß Melanopsin inaktiv,  sodass die Bildung des Schlafhormons Melatonin nicht mehr gehemmt wird. Der Körper glaubt also, es sei Schlafenszeit und wird müde. Das schlägt mit der Zeit aufs Gemüt.

Mangel an Vitamin D

Zudem führt das wenige Sonnenlicht zu einem Mangel an Vitamin D. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Abwehr von Infekten, da es  die Funktion und Aktivität der T-Lymphozyten beeinflusst. T-Lymphozyten sind die "Killerzellen" des Immunsystems. Das Vitamin D scheint dafür verantwortlich zu sein, dass diese Zellen aktiviert und zur Teilung angeregt werden, sodass die Immunabwehr gesteigert wird. Dabei bilden die "Killerzellen" nach dem Kontakt mit einem Krankheitserreger "Vitamin-D-Erkennungsproteine" an der Zelloberfläche. Durch den Kontakt mit dem Vitamin kommt es dann zu einer starken Vermehrung der "Killerzelle". 

Fehlt das Vitamin, bleibt die Aktivierungsreaktion aus. Die Immunabwehr ist geschwächt. Studien haben gezeigt, dass das Risiko an einer Erkältung zu erkranken, bei einem Mangel an Vitamin D um 40 Prozent steigt.  Bei einem Tagesbedarf von fünf Mikrogramm kann ein gesunder Erwachsener bis zu 90 Prozent des Bedarfs bei ausreichender Sonneneinstrahlung durch Eigensynthese decken. Dazu reicht eigentlich eine tägliche Sonnendosis von Gesicht und Händen für etwa 30 bis 60 Minuten.

Abwehrsystem geschwächt

Momentan macht uns aber nicht allein das graue Wetter zu schaffen. Vielmehr ist der aprilartigen Wechsel zwischen Wolken, Regen und Sonnenschein eine Belastung für den Körper. Die hohen Temperaturunterschiede innerhalb kurzer Zeit fordern die Anpassungsprozesse des Körpers heraus und schwächen das Abwehrsystem. Bewegung an der frischen Luft stärkt die Abwehrkräfte. Wichtig ist auf die richtige Kleidung zu achten. Man sollte weder frieren noch schwitzen. Bewährt hat sich hierzu das "Zwiebelschalenmodell": mehrere Schichten Kleidung, die bei Bedarf an- oder ausgezogen werden können.

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Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Jördis Hendriks
Fachärztin für Innere Medizin
Brunsberg 2
22529 Hamburg
Tel. (040) 46092092

Prof. Dr. Michael Amling
Leiter des Zentrums für Klinische Osteologie und Biomechanik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 63 62
Fax (040) 741 05 58 25

Joachim Kurzbach
Facharzt für Innere Medizin
Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin & hausärztliche Versorgung
Dr. Vogt & Kurzbach
Rahlstedter Bahnhofstraße 25
22143 Hamburg
Tel. (040) 677 32 29
Fax (040) 677 27 26
Internet: www.praxis-rahlstedt.de

Dr. Fu Si
Allgemeinmediziner
Pelzerstraße 4
20095 Hamburg
Tel. (040) 76 79 76 61

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