Stand: 22.05.2018 10:59 Uhr

Unklare Bauchschmerzen: Das Beckenvenensyndrom

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Eine Krampfader im Bauch kann zu stechenden Schmerzen führen.

Schmerzen im Unterbauch kennen viele Frauen. Häufige Gründe können Veränderungen an den Eierstöcken, zum Beispiel durch Zysten, oder auch eine Eileiterschwangerschaft sein. Auch eine Blasenentzündung, Blinddarmentzündung oder Darmentzündung können starke Beschwerden auslösen. Wenig bekannt ist dagegen das Beckenvenensyndrom (Pelvic Congestion Syndrome - PCS). Dabei handelt es sich um eine gut versteckte Krampfader im Bauch. US-Amerikanische Studien gehen davon aus, dass jede fünfte Frau, die wegen Unterbauchschmerzen zum Gynäkologen geht, an PCS leidet. Deutsche Studien gibt es nicht.

Röntgen des Bauches

Beckenvenensyndrom oft unerkannt

Visite -

Unklare Schmerzen im Unterbauch können auf ein Beckenvenensyndrom hindeuten, eine Krampfader im Bauch. Die Krankheit ist kaum bekannt und bleibt daher oft unerkannt.

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Stechender Schmerz auf der linken Seite

Betroffen sind häufig Frauen im gebärfähigen Alter, die bereits Kinder bekommen haben. Aber auch Kinderlose können an einem Beckenvenensyndrom erkranken. Betroffene berichten von einem stechenden seitlichen Schmerz auf der linken Seite, der in den Rücken ausstrahlt und sich wie starke Menstruationsbeschwerden oder wie Wehen anfühlt. Das Problem: In Deutschland fehlt das Bewusstsein für die Existenz dieser Erkrankung. In der medizinischen Literatur ist PCS - wenn überhaupt - eine Randnotiz. Für betroffene Frauen bedeutet dies oft einen Arztmarathon. Und nicht selten werden die Beschwerden als psychosomatisch erklärt. Dabei ist die Behandlung einfach.

Durchblutungsstau im Unterbauch

Die Ovarealvene führt links von den Eierstöcken zur Nierenvene und soll Blut nach oben transportieren. Doch wenn diese Vene sehr geweitet ist, versagt sie. Wie bei einer Krampfader im Bein staut sich das Blut und sackt nach unten ab. Die Folge ist ein Durchblutungsstau im Unterbauch, der Schmerzen hervorruft. Im MRT ist eine ausgesackte Krampfader in der Regel gut zu erkennen. Mit einem minimalinvasiven Eingriff wird die Krampfader verschlossen. Die Erfolgsrate liegt bei 90 Prozent. Danach verschwindet der Schmerz fast immer.

Interviewpartner

Bernd Holthaus, Chefarzt
Gynäkologie
Krankenhaus St. Elisabeth
Lindenstraße 3-7, 49401 Damme
Tel. (05491) 601
Internet: www.krankenhaus-damme.de/

Dr. Florian Netzer, Gefäßchirurg und Phlebologe
Privates Institut für Chirurgie München
Herzogstraße 58, 80803 München
Tel. (089) 24 24 34 38
Internet: www.venenfrei.com

Prof. Dr. Bernhard Meyer, interventioneller Radiologe
Leitender Oberarzt
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
Tel. (0511) 532 50 47

Dieses Thema im Programm:

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