Stand: 14.09.2020 11:23 Uhr  - Visite

Stiller Reflux: Was bei Sodbrennen hilft

Symbolbild für Sodbrennen. © Colourbox Foto: #72771
Aufsteigende Magensäure kann die Ursache für Husten und Heiserkeit sein.

Der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Reflux) führt häufig zu klassischem Sodbrennen: Oft nach einem üppigen Essen, nach Alkohol oder abends, wenn man im Bett liegt, macht sich ein schmerzhaftes Brennen in der Brust bemerkbar. Doch auch Schluckbeschwerden, Husten, Heiserkeit und ständiges Räuspern können Hinweise auf eine Refluxkrankheit sein. Beim sogenannten stillen Reflux steigt die Magensäure in Form feinster Tröpfchen bis zum Rachen auf und reizt Kehlkopf, Stimmbänder und Atemwege. Wenn die Magensäure vorwiegend im Liegen aufsteigt, zeigen sich die Beschwerden oft schon direkt morgens nach dem Aufstehen.

VIDEO: Stiller Reflux: Wie die Ernährung bei Sodbrennen hilft (6 Min)

Stiller Reflux: Symptome erkennen

Die Symptome einer stillen Reflux-Erkrankung sind unspezifisch:

  • chronischer Husten
  • Rachenentzündung
  • Heiserkeit
  • Kloßgefühl im Hals
  • Räusperzwang
  • Asthma und Atemprobleme
  • Wiederkehrende Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • vermehrte Schleimbildung im Rachen
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Im Gespräch
Gastroenterologe Prof. Jürgen Pohl im Studiogespräch bei Visite.

Chat-Protokoll zum Thema Reflux und Sodbrennen

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Ein Mann hält sich vor Heiserkeit den Hals. © Colourbox Foto: Syda Productions
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Was hilft bei Sodbrennen und Reflux?

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Reflux per Magenspiegelung und pH-Metrie erkennen

Ob ein Reflux vorliegt, lässt sich mit einer Magenspiegelung erkennen: Am Übergang zwischen Magen und Speiseröhre ist die Schleimhaut gerötet und wund. Um bei Beschwerden im Hals herauszufinden, ob saure Gase aus dem Magen die Ursache sind, wird eine sogenannte pH-Metrie durchgeführt: Dabei schiebt der Arzt eine kleine Sonde durch die Nase in den Rachen. Die Sonde misst 24 Stunden lang den Säurewert und gibt so Hinweise, ob Gase aus dem Magen aufsteigen und ob ein unbemerkter Reflux vorliegt, der in einer Magenspiegelung nicht zu erkennen war.

In einigen Fällen kommt die Säure nicht aus dem Magen, sondern entsteht in der Speiseröhre selbst. Dort wächst dann eine sogenannte heterotope Magenschleimhaut und produziert Magensäure, die das obere Ende der Speiseröhre und den Kehlkopf reizen kann. Durch Entfernung der heterotopen Magenschleimhaut lässt sich das Problem beseitigen.

Pepsine: Magenenzyme als mögliche Ursache

Pepsine sind Magenenzyme, die die Nahrung im Magen zersetzen. Sie können zusammen mit der Magensäure als eine Art Gas über die Speiseröhre hochsteigen - bis in Rachen und Kehlkopf. Dort dringen sie in die Schleimhautzellen ein. Entsteht im Kehlkopf ein saures Milieu, etwa durch die falsche Nahrung, werden die Pepsine aktiviert. Sie beginnen, die Schleimhäute im Kehlkopf zu zersetzen.

Wie groß der Einfluss der Pepsine bei einem unbemerkten Reflux genau ist, wird noch erforscht. Bei jedem Patienten ist das unterschiedlich.

Medikamente und richtige Ernährung bei Reflux

Ein stiller Reflux wird wie Sodbrennen behandelt - mit sogenannten Protonenpumpenhemmern. Sie sorgen dafür, dass der Magen weniger Magensäure produziert. Bei gelegentlichen Beschwerden können auch sogenannte Antazida eingesetzt werden.

Um das Problem auf Dauer in den Griff zu bekommen, kommt es vor allem auf die richtige Ernährung an: Wer an Reflux leidet, sollte viel Eiweiß, wenig Süßes und eher kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen, nicht zu spät essen und Übergewicht vermeiden.

Weitere Informationen
Schematische Darstellung von Sodbrennenbeschwerden. © colourbox

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Eine Box mit verschiedenen gesunden Lebensmitteln. (Bildmontage) © fotolia.com Foto: pat_hastings, Sphotocrew, valery121283, atoss

Ernährung bei Sodbrennen

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Jürgen Pohl, Chefarzt
GastroClinic
Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich-Straße 1
22763 Hamburg
(040) 18 18 81-12 01
www.asklepios.com

Priv.-Doz. Dr. Christina Pflug, Klinikdirektorin
Klinik und Poliklinik für Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde
Kopf- und Neurozentrum
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
(040) 74 10-59 340
www.uke.de

Prof. Dr. Markus M. Hess, Facharzt für HNO-Heilkunde, Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie
Deutsche Stimmklinik
Martinistraße 64
20251 Hamburg
(040) 513 130 07
www.stimmklinik.de

Priv.-Doz. Dr. Viola Andresen, MSc, Leitung Ernährungsteam
Israelitisches Krankenhaus
Orchideenstieg 14
22297 Hamburg
www.ik-h.de

Weitere Informationen
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.
Friedrich-List-Straße 13
35398 Gießen
(0641) 9 74 81-0
www.gastro-liga.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 15.09.2020 | 20:15 Uhr

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