Sendedatum: 16.04.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Sicheres Wohnen im Alter

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Kräftige Farben helfen bei der Orientierung.

Versteckte Stolperfallen, verborgene Hindernisse, schlecht beleuchtete Ecken -der eigene Haushalt ist laut Statistik der gefährlichste Lebensbereich. Hier passieren mehr Unfälle als im Straßenverkehr. Prellungen, Verletzungen und Knochenbrüche sind die Folge.

Die meisten der in der eigenen Wohnung verunglückten Menschen sind älter als 65 Jahre. Im Alter nehmen Trittsicherheit und Sehvermögen ab. Die Gefahr von Stürzen – mit oft langwierigen Folgeschäden - nimmt zu. Ein gebrochenes Hüftgelenk zum Beispiel heilt im Alter nur sehr langsam.

Einstiegshilfen geben Sicherheit

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Überbrückungsmodule vermindern das Stolperrisiko an einer Terassentür.

Durch einfache Maßnahmen kann die eigene Wohnung seniorengerecht umgebaut werden. Das Badezimmer lässt sich mit Einstieghilfen und Sitzgelegenheiten für Badewanne und Dusche sicherer gestalten. Weitere Hilfen sind Haltegriffe und eine Fußwaschbürste mit Stiel, wenn man sich nicht mehr so gut bücken kann. Wichtig ist es, Stürze grundsätzlich zu vermeiden. Dabei können Haltestangen in allen Wohnbereichen helfen. Mit einem Spiegel in den oberen Schränken sieht man auch ohne gefährliche Klettermanöver, was dort wo steht. Stufen und Stolperkanten lassen sich mit Überbrückungsmodulen entschärfen.

Gute Beleuchtung wichtig

Wenn im Alter die Sehkraft nachlässt, ist gute Beleuchtung wichtig. Es gibt mobile Leuchten in unterschiedlichen Stärken und Lichttemperaturen, die auf dem Weg durch den Wohnraum Sicherheit geben. Die Fenster sollte man mit einem Abblendschutz versehen, damit grelles Sonnenlicht die empfindlicher werdenden Augen nicht so stark blendet.

Kontraste und Markierungen helfen

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Cremes und Tuben kann man mit Farbpunkten besser voneinander unterscheiden.

In der Küche und beim Essen helfen Kontraste: Eine weiße Zwiebel ist auf einem dunklen Schneidebrettchen besser zu erkennen. Statt weißem Geschirr auf weißer Decke, kann man ein buntes Tisch-Set darunter legen. Wer Probleme mit der Schrifterkennung hat, kann sich zum Beispiel im Bad mit Farben behelfen: Um Cremes und Tuben voneinander zu unterscheiden, kann man sie einfach mit bunten Aufklebern markieren.

Wohnberatungsstellen unterstützen

Bei der altersgemäßen Anpassung des Wohnraums helfen auch gemeinnützige Wohnberatungsstellen. Spezialisten bieten umfangreiche Unterstützung - von allgemeinen Tipps bis zu individuellen Lösungen.  Vor allem wer seine Sehkraft verliert, muss seinen Alltag komplett neu organisieren. Wie das  geht, kann man lernen. Viele Tricks und Kniffe muss man sich zeigen lassen. Blinden- und Sehbehindertenverein vor Ort helfen hier mit speziellen Schulungen weiter. Auch das Gehen mit dem Blindenstock kann man erlernen.

Interviewpartner im Beitrag:

Karin Dieckmann
Barrierefrei Leben e.V.
Richardstraße 45
22081 Hamburg
Tel. (040) 29 99 56 58
Fax (040) 29 36 01

Dieses Thema im Programm:

Visite | 16.04.2013 | 20:15 Uhr

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