Stand: 19.03.2018 16:27 Uhr  | Archiv

Schlafapnoe erhöht Unfallgefahr am Steuer

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Wenn Autofahrer am Steuer einschlafen, drohen tödliche Unfälle.

Wer an nächtlichen Atemaussetzern (Schlafapnoe) leidet und Auto fährt, hat ein erhöhtes Unfallrisiko. Nach Ansicht von Experten ist fast jeder vierte tödliche Unfall auf Autobahnen auf das Einschlafen am Steuer ("Sekundenschlaf") zurückzuführen. Ein Autofahrer, der mit Tempo 100 unterwegs ist, legt während einer Sekunde Schlaf 28 Meter im "Blindflug" zurück. Viele Menschen leiden an Schlafapnoe, ohne es zu wissen.

Gähnender Mann am Steuer

Sekundenschlaf: Unfallgefahr durch Schlafapnoe

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Autofahrer, die an nächtlichen Atemaussetzern leiden, haben ein erhöhtes Unfallrisiko. Denn die Schlafapnoe kann zum gefährlichen Sekundenschlaf am Steuer führen.

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Schlafapnoe: Warum der Atem aussetzt

Zu nächtlichen Atemaussetzern kommt es, wenn der der Zungenrand in den Rachen fällt und dadurch die Atemwege verschließt. Die Schlafenden hören auf zu atmen, sodass es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff kommt. Das Gehirn registriert dies und über einen Adrenalinstoß kommt es zu einem Anspannen der Muskulatur im Rachenbereich - die Atemwege werden wieder frei.

Der Wechsel von Verschluss und Wiedereröffnung der Atemwege kann bis zu hundert Mal pro Stunde stattfinden. Betroffene wachen dabei nicht auf. Sie werden jedoch unruhig, der Puls steigt. Weil der Schlaf nicht erholsam ist, haben Betroffene Symptome wie:

  • extreme Tagesmüdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Reizbarkeit
  • Kopfschmerzen
  • nächtliches Schwitzen

Einschlafen am Steuer weitverbreitet

Sehr viele Berufskraftfahrer leiden unter Schlafapnoe. Eine freiwillige, anonyme Umfrage des Bremer Selbsthilfevereins Schlafapnoe unter Lkw-Fahrern kommt zu dem Ergebnis: Mehr als 43 Prozent der Befragten hatten nach eigenen Angaben bereits einen Sekundenschlaf am Steuer. Bei einer Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) gab etwa jeder vierte von 1.000 Befragten an, schon einmal am Steuer eingeschlafen zu sein.

In der Europäischen Union dürfen Menschen mit Schlafapnoe und Tagesschläfrigkeit Kraftfahrzeuge nur dann steuern, wenn sie kontinuierlich und erfolgreich behandelt werden.

Warnsignale für Müdigkeit am Steuer

Die Fachzeitschrift "ADAC Motorwelt" nennt Warnsignale, bei denen Autofahrer die Fahrt unterbrechen sollten:

  • Sie haben Probleme, die Spur zu halten, fahren ab und zu über den Seitenstreifen.
  • Die Straße fühlt sich immer enger an.
  • Ihr Blick haftet starr auf der Fahrbahn.
  • An die letzten gefahrenen Kilometer können Sie sich nur schlecht erinnern.
  • Sie übersehen ein Straßenschild, verpassen eine Abzweigung oder Ihre Ausfahrt.
  • Ohne es zu wollen, fahren Sie plötzlich langsamer oder schneller.
  • Die Augen brennen, die Lider sind schwer, Sie wollen die Augen reiben.
  • Sie müssen häufig gähnen und können das Gähnen nicht unterdrücken.
  • Ihre Augen schließen sich unwillkürlich, Sie blinzeln oder sehen unscharf.
  • Die Konzentration fällt Ihnen schwer, Ihre Gedanken schweifen ab.
  • Sie fühlen sich innerlich unruhig und haben das Bedürfnis, sich zu bewegen.
  • Ihre Stimmung wird schlecht: Sie werden nervös, gereizt oder aggressiv.

Bewegung hilft mehr als Kaffee

Kaffee, laute Musik und frische Luft durch eine heruntergelassene Seitenscheibe helfen höchstens kurz, sagt der Experte. Übermüdete Autofahrer sollten am nächsten Rastplatz anhalten und ein Nickerchen machen, mindestens aber ein paar Dehnübungen an der frischen Luft.

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Visite | 20.03.2018 | 20:15 Uhr

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