Stand: 14.10.2019 14:51 Uhr

Pflegefall in der Familie: Hilfe für Angehörige

Wird ein Angehöriger pflegebedürftig, stellt das die betroffenen Familien meist vor eine große Herausforderung. Neben der emotionalen und psychischen Belastung drängen sich organisatorische und existentielle Fragen auf:

  • Wer übernimmt die Pflege?
  • Ist die Pflege zu Hause möglich?
  • Welche Leistungen, Zuschüsse gibt es und wo müssen sie beantragt werden?
  • Ist die Pflege Angehöriger mit dem Beruf vereinbar?
  • Bekommt man schnell einen Pflegedienst?
  • Muss die Wohnung behindertengerecht umgebaut werden oder reichen Hilfsmittel, um die körperlichen Defizite des Pflegebedürftigen zu überbrücken?
  • Warum ist eine Vorsorgevollmacht wichtig?

In einem umfangreichen Ratgeber beantwortet der NDR die wichtigsten Fragen von Betroffenen:

Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Pflegegrade haben Pflegestufen ersetzt

Um Leistungen der Pflegeversicherung für eine ambulante oder stationäre Pflege oder auch für eine Tagespflege in einer Pflegeeinrichtung in Anspruch nehmen zu können, muss zunächst die Pflegebedürftigkeit des Betroffenen festgelegt werden. Das geschieht über ein sogenanntes Pflegegutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK).

Über den MDK erfolgt eine Zuordnung in einen der fünf Pflegegrade. Diese beziehen sich auf die Schwere der vorliegenden Beeinträchtigungen sowie den täglichen Pflegeaufwand. Je nach Pflegegrad stehen den Betroffenen und pflegenden Angehörigen dann gesetzliche Leistungen zu.

Das Hauptkriterium für die Einteilung in einen Pflegegrad ist die Zeit, die beansprucht wird, um die Grundpflege einer pflegebedürftigen Person zu gewährleisten. Dazu gehören:

  • Körperpflege: Waschen/Duschen/Baden, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, Toilettengang
  • Ernährung: mundgerechte Zubereitung und Aufnahme der Nahrung
  • Mobilität: Aufstehen/Zubettgehen, An- und Auskleiden, Unterstützung bei der Bewegung und zum Beispiel bei Arztbesuchen

Zusätzlich gehören noch weitere - allerdings weniger schwer gewichtete - Kriterien zur Einschätzung der Pflegebedürftigkeit dazu. Im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung sind das etwa Einkaufen, Kochen, Putzen, Waschen und Wechseln der Wäsche.

Pflegestützpunkte helfen

Bei der Entscheidung, welche Art der Pflege für den Betroffenen und seine Familie die beste und machbarste ist, können die die sogenannten Pflegestützpunkte helfen. Pflegestützpunkte sind öffentliche Beratungsstellen, getragen von Kranken- und Pflegekassen, Kommunen und Ländern. Es gibt sie in allen Bundesländern. Sie sind als erste Anlaufstelle gedacht, wenn Menschen Pflege benötigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten individuell, neutral und kostenfrei. Sie geben einen Überblick über die verschiedenen ambulanten und stationären Pflegemöglichkeiten und helfen bei der Beantragung von Leistungen. Eine Beratung kann vor Ort im Pflegestützpunkt, am Telefon oder im häuslichen Umfeld stattfinden.

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Experten zum Thema

Tanja Martinez, Pflegeberaterin
Pflegestützpunkt Hamburg-Nord
Kümmellstraße 5-7, 20144 Hamburg
(040) 4 28 99 10 60
www.hamburg.de

Joanna Batista
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein
Hopfenstr. 29
24103 Kiel
(0431) 590 99 40

Dieses Thema im Programm:

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