Stand: 27.02.2018 17:37 Uhr  | Archiv

Nach dem Krebs: Die Angst vor dem Rückfall

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Wer ständig Angst hat, hat einen ungesunden Stresslevel.

Die Diagnose Krebs zieht Betroffenen erst einmal den Boden unter den Füßen weg. Ärzte können den Krebs zwar immer besser behandeln und immer mehr Menschen überleben Krebserkrankungen. Aber viele leben danach mit der ständigen Angst vor einem Rückfall (Rezidiv). Diese Rezidiv-Angst ist ein Forschungsthema für Angstspezialisten geworden. Sie haben herausgefunden, dass das Wohlfühlen einen wesentlichen Einfluss auf das Überleben der Patienten hat. Darum untersuchen sie, welchen Einfluss die Angst vor dem Rückfall hat und ob gerade diese Angst wieder krank machen kann. Denn wer sich ständig Gedanken macht, hat einen erhöhten, ungesunden Stresslevel.

Angst lässt den Cortisolspiegel ansteigen

Die Angst entsteht im Gehirn, von dort gehen die Signale in den ganzen Körper. In den Nebennieren werden Hormone ausgeschüttet, die den Menschen in Alarmbereitschaft versetzen. Dann rasen Herz und Puls und die Angst gewinnt überhand. Dieser Zustand lässt sich sogar in den Haaren nachweisen, denn hier lagert sich das Stresshormon Cortisol ab. Ein langfristig erhöhter Cortisolspiegel schadet der Gesundheit und beeinflusst außerdem das Denkvermögen. Besonders Gedächtnisleistungen wie das Merken von Namen oder Telefonnummern sowie die Orientierung können nachlassen.

Angst soll nicht übermächtig werden

Wer ständig mit Angst lebt, dem helfen Entspannung und Ablenkung nur kurzfristig. Es ist wichtig, sich der Angst zu stellen, damit sie nicht das gesamte Erleben und Verhalten bestimmt. Anders als bei vielen anderen Angsterkrankungen ist bei der Rezidivangst die Bedrohung durchaus real. Weil sie durch ein kritisches Lebensereignis - die Krebserkrankung - ausgelöst wird, sprechen die Fachleute auch von einer Anpassungsstörung. Psychoonkologen sind spezialisiert auf die Angst nach Krebserkrankungen. Sie helfen den Patienten, die Ängste genauer zu betrachten: Wovor genau hat jemand Angst, was kann schlimmstenfalls passieren? Indem man sich die Angst bewusst macht, lernt man sie als das zu begreifen, was sie ist: ein Gefühl. Gefühle tauchen plötzlich im Gehirn auf und können übermächtig werden. Aber jeder Mensch besitzt auch Hirnregionen, mit denen man die Gefühle rational beurteilen, analysieren und schließlich im Zaum halten kann.

Sport und Bewegung können die Angst klein halten

Untersuchungen zeigen, dass sich eine positive Sichtweise gut auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Darum müssen Patienten Strategien entwickeln, mit der Angst zu leben. Zumal diese nie ganz verschwindet, sondern unterschwellig immer präsent bleibt. Sport und Bewegung, wie beispielsweise das Üben der sogenannten Fünf Tibeter, können dabei helfen, die Angst klein zu halten und das Selbstbewusstsein zu stärken. Um positiv denken zu können, ist es auch wichtig, sich mit schönen Dingen zu befassen. So kann die Angst nicht wieder übermächtig werden.

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Visite | 27.02.2018 | 20:15 Uhr

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