Stand: 11.02.2020 12:36 Uhr  | Archiv

Mundtrockenheit: Was hilft, wenn der Speichel wegbleibt?

Eine ältere Frau führt ein Glas Wasser zum Mund. © picture alliance Foto: Sebastian Willnow
Erste Hilfe bei Mundtrockenheit: Ein Schluck Wasser befeuchtet die Schleimhäute.

Etwa die Hälfte der über 65-Jährigen leidet an Mundtrockenheit als Folge einer zu geringen Speichelproduktion. Mediziner sprechen von Oligostomie oder Xerstostomie. Das ist mehr als nur unangenehm und kann zu Schluckstörungen, Zahnproblemen und ständigem Husten führen. Verschiedene Hausmittel können helfen.

Symptome der Mundtrockenheit

Folgende Symptome sind typisch für Mundtrockenheit:

  • Probleme beim Sprechen
  • Probleme beim Schlucken
  • Lippen und Zunge brennen
  • Mundgeruch
  • klebrige Belege in den Mundwinkeln
  • rissige Mundwinkel und Lippen
  • kleine, schwer heilende Wunden in der Mundhöhle

Wer länger als zwei Wochen einen trockenen Mund hat, sollte zum Haus- oder HNO-Arzt gehen, damit schwerwiegende Ursachen ausgeschlossen und langfristige Folgen vermieden werden können.

Warum Speichel so wichtig ist

Speichel besteht zu 99 Prozent aus Wasser, enthält aber wichtige Schleim- und Mineralstoffe, Salze und Eiweiße wie Enzyme und Abwehrstoffe.

Bis zu 1,5 Liter Speichel produziert der Körper pro Tag - in den großen Speicheldrüsen an Ohren, Unterkiefer und unter der Zunge sowie in unzähligen kleinen Speicheldrüsen im Mund. Die wichtigsten Aufgaben:

  • Mit dem Speichel beginnt in der Mundhöhle die Verdauung: Enzyme spalten die Stärke in der Nahrung auf, alles Gekaute wird zu Brei und lässt sich schlucken.

  • Außerdem schützt der Speichel die Mundschleimhaut vor Entzündungen: Keime werden geschluckt und von der Magensäure unschädlich gemacht.

  • Besonders wichtig ist der Speichel für Zähne und unser Zahnfleisch: Er härtet die Zähne und schützt sie vor Säure.

Ein Mangel an Speichel kann Karies und Parodontitis fördern. Es kommt zu Mundgeruch und Problemen mit dem sogenannten Zahnhalteapparat.

Ursachen für Mundtrockenheit

Die Ursachen für eine Trockenheit der Mundschleimhaut sind vielfältig:

  • Flüssigkeitsmangel
  • trockene Luft
  • Erkältung
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • bei Frauen sinkende Östrogen-Produktion in den Wechseljahren
  • Sjögren-Syndrom - eine chronisch entzündliche Reaktion führt zur Zerstörung der Tränen- und Speicheldrüsen
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Entzündung der Speicheldrüsen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Herz- und Blutdruckmittel wie Betablocker und ACE-Hemmer, starke Schmerzmittel, kortisonhaltige Asthma-Sprays, Beruhigungs- und Schlafmittel, Psychopharmaka wie Antidepressiva und Neuroleptika
  • Rauchen
  • Schnarchen
  • Stress, Aufregung und Lampenfieber
  • Speicheldrüsentumor
  • Speichelsteine
  • Bestrahlung aufgrund einer Krebserkrankung

Speichelfluss bei Mundtrockenheit fördern

Für den Alltag gibt es einige Tipps, um die Beschwerden zu lindern.

Austrocknung vermeiden:

  • mindestens zwei Liter täglich trinken, am besten Wasser ohne Kohlensäure, ungesüßte Tees, Saftschorlen oder alkoholfreies Bier
  • auf Kaffee und Alkohol verzichten
  • keine stark gesalzenen Speisen, da sie der Schleimhaut Wasser entziehen

Speichelfluss fördern:

  • Kaugummi kauen
  • saure Bonbons oder eine Löffelspitze Butter lutschen
  • Fenchelsamen oder Ingwerwurzeln kauen

Mundschleimhaut schützen:

  • mit Salbei-Tee gurgeln
  • gründliche Mundhygiene
  • künstlicher Speichel

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Experten zum Thema

Dr. Günter Fritzsche
Zahnarzt Dr. Fritzsche und Team
Jungfernstieg 49
20354 Hamburg
(040) 41 11 31 11
www.zahnarztpraxis-drfritzsche.de

Dr. Sylvia Brockhaus, Fachärztin HNO-Heilkunde Allergologie
Straßenbahnring 3
20251 Hamburg
(040) 89 72 13 31
www.hno-falkenried.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 11.02.2020 | 20:15 Uhr

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