Stand: 08.10.2018 11:45 Uhr  | Archiv

Mit Unkraut-Wurzeln Beschwerden lindern

Löwenzahn-Pflanze mit Blüten, Blättern und Wurzel © imago/imagebroker
Die Wurzel des Löwenzahns soll die Verdauung fördern.

In den Wurzeln von Unkraut können heilende Kräfte stecken: Zum Beispiel soll der Löwenzahn die Verdauung fördern, die Brennnessel Beschwerden der Blase und Prostata reduzieren, der Alant Reizhusten lindern und Beinwell bei Entzündungen und Muskelbeschwerden helfen.

Nach Ansicht von Kräuterexperten ist der Herbst die beste Erntezeit: Während sich im Frühjahr viele heilende Substanzen in den Blättern und Blüten befinden, sammeln sich diese im Herbst besonders in den Wurzeln.

Löwenzahn-Tinktur für die Verdauung

Die Wurzeln des Löwenzahns enthalten Bitterstoffe, die im Körper die Produktion von Magensäure und Gallensaft anregen können. Deshalb wird Löwenzahnwurzel eingesetzt, um den Appetit und die Fettverdauung zu regulieren. Geröstete Löwenzahnwurzel soll munter machen wie ein Kaffee - ohne Koffein.

Für eine Löwenzahnwurzel-Tinktur werden die Wurzelstückchen mit weißem Rum oder Wodka übergossen und für sechs Wochen in einem Glas gut verschlossen. Anschließend durch einen Kaffeefilter abgießen. Wer 30 Minuten vor einer Mahlzeit zehn Tropfen der Tinktur zu sich nimmt, kann ein unangenehmes Druckgefühl durch zu fettes Essen lindern.

Brennnesselwurzel-Tee für Blase und Prostata

Anders als ihre Blätter enthält die Wurzel der Brennnessel eine recht hohe Konzentration von Sterolen. Diese können Symptome einer vergrößerten Prostata lindern. Auch bei Blasenentzündungen kann die Brennnesselwurzel helfen, indem sie die Harnwege durchspült.

Einen Teelöffel getrocknete Brennnesselwurzeln pro Tasse mit siedendem Wasser aufgießen, abgedeckt zehn Minuten ziehen lassen und dann trinken.

Alant-Honig gegen Husten

Ein mit Alantwurzeln angesetzter Honig kann Husten lindern. Die Wurzel putzen und klein schneiden, mit Honig übergießen und drei Wochen in einem gut verschlossenen Gefäß ziehen lassen. In dieser Zeit gehen die Wirkstoffe aus dem Alant in den Honig über. Den Honig in einem Sieb abseihen.

Vorsicht: Nicht länger als drei Wochen ziehen lassen, um ein Verschimmeln zu vermeiden. Ganz wichtig ist die richtige Konzentration der Alantwurzel im Honig, denn bei einer zu hohen Dosierung drohen Übelkeit, Erbrechen und sogar Lähmungen. Bei Husten sollte man deshalb nicht mehr als dreimal täglich einen Teelöffel Alanthonig einnehmen.

Beinwell-Salbe gegen Prellungen und Entzündungen

Beinwell enthält Kieselsäure und Alantoin und kann dadurch die Neubildung von Zellen fördern. Das hilft zum Beispiel bei Prellungen, Quetschungen und Entzündungen der Sehnenscheiden. Beinwell enthält allerdings auch Pyrrolizidin-Alkohole, die auf Dauer die Leber schädigen. Deshalb darf er nur äußerlich angewendet werden.

Aus der Beinwellwurzel lässt sich eine abschwellende und schmerzlindernde Salbe herstellen: Dazu die Wurzelstückchen 30 Minuten in Öl sieden lassen. Anschließend durch ein Sieb gießen und Bienenwachs dazugegeben. In einem lichtgeschützten Glas abkühlen lassen.

Experten zum Thema

Birgit Steinke, Apothekerin
Rathaus-Apotheke OHG
Rathausstraße 11, 22941 Bargteheide
(04532) 31 11
www.rathaus-apotheke-bargteheide.de

Anne Hentschel, Heilpraktikerin                                         
Erik-Blumenfeld-Platz 19, 22787 Hamburg
(040) 27 86 25 71
www.lichtkraeuter.de

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Visite | 09.10.2018 | 20:15 Uhr

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