Stand: 25.08.2015 11:30 Uhr  | Archiv

Diese Heilkräuter helfen gegen Stress

Lärm, Hektik, Stress - manchmal fällt es schwer abzuschalten, zur Ruhe zu kommen und gut zu schlafen. Ob wir ruhig oder aktiv sind, bestimmen zwei Teile unseres vegetativen Nervensystems: der Sympathikus und der Parasympathikus. Der Sympathikus polt den Körper auf Aktivität, Stress, Flucht. Der Parasympathikus sorgt dagegen für einen langsamen Herzschlag, wir entspannen uns.

Bei Unruhe ist der Sympathikus dauernd am Ruder: Wir haben Angst, sind nervös und können nicht einschlafen. Einige Pflanzen und einfache Hausmittel aktivieren den Parasympathikus und helfen so, zur Ruhe zu kommen.

Lavendel verringert die Anspannung

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Lavendel hilft beim Einschlafen.

Bereits seit dem Mittelalter ist Lavendel für seine beruhigende Wirkung bekannt. Das stark duftende Öl der Pflanze enthält angstlösende Stoffe, die auch beim Einschlafen helfen können. Ihre Wirksamkeit wurde in Studien belegt. Als Kompresse wird Lavendel bei Demenz zur Beruhigung angewendet. Ein warmes Bad vor dem Zubettgehen kann schlaffördernd sein. Dazu fünf Tropfen reines Lavendelöl in Milch auflösen und ins Bad geben. Das Öl emulgiert mit der Milch und kann sich so gut im Wasser verteilen.

Auf manche Menschen wirkt ein Bad jedoch aktivierend - sie sollten eher nur ein Fußbad nehmen oder Lavendelöl mit etwas neutralem Öl wie etwa Sonnenblumenöl verdünnen und sich damit die Füße massieren. Die beruhigenden Wirkstoffe werden so schnell über die Haut aufgenommen - Angst und Anspannung verringern sich.

Johanniskraut gegen Winter-Depression

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Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend.

Wer sich eher antriebslos, traurig und depressiv fühlt, dem kann Johanniskraut helfen. Es wird an "Johannis", also im Spätsommer, geerntet und man sagt der Pflanze nach, sie speichere das ganze Sonnenlicht und gebe es dann als Tee getrunken wieder ab. Daher empfiehlt sich Johanniskraut-Tee auch für Menschen, die an Winter-Depression leiden. Eine Tasse Tee kann nicht schaden. Johanniskraut-Präparaten aus Apotheke oder Drogerie sind dagegen hoch dosiert. Daher kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen.

Johanniskraut beeinflusst den Serotoninhaushalt und wirkt so stimmungsaufhellend. Es aktiviert aber auch ein Enzym, das für den Abbau vieler Medikamente zuständig ist. Deshalb wirken manche Medikamente unter dem Einfluss von Johanniskraut nicht mehr richtig. Dazu gehören zum Beispiel die Anti-Baby-Pille, Blutverdünner, und auch viele Antidepressiva. Wer wegen einer Depression Medikamente bekommt, sollte deshalb auf gar keinen Fall Johanniskraut verwenden! Johanniskraut-Präparate sollten immer nur in Abstimmung mit einem Arzt eingenommen werden.

Auch Hopfen beruhigt

Auch Hopfen, Baldrian und Passionsblume enthalten beruhigend wirkende Bestandteile. Abends regelmäßig einen daraus gebrühten Tee zu trinken, fördert einen ruhigen und erholsamen Schlaf. Melisse wirkt gegen nervöse Unruhe am Tag. Melissen-Tee kann darum auch schon morgens getrunken werden.

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Natur und Medizin

Patientenratgeber der Karl und Veronica Carstens-Stiftung. extern

Die meisten pflanzlichen Tees wirken aber erst, wenn man sie etwa eine Woche lang regelmäßig getrunken hat. Das Ritual des regelmäßigen Teetrinkens signalisiert dem Körper zudem, dass die Ruhephase beginnt.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Miriam Ortiz
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Akupunktur und Naturheilverfahren
Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde
Luisenstraße 13
10117 Berlin
Tel. (030) 450 52 92 34
Fax (030) 450 52 99 34
Internet: www.hochschulambulanz-naturheilkunde.de

Annette Kerckhoff
Gesundheitstrainerin, Heilpraktikerin
Natur und Medizin e.V.
Fördergemeinschaft der Karl und Veronica Carstens-Stiftung
Am Deimelsberg 36
45276 Essen
Tel. (0201) 563 05 70
Internet: www.naturundmedizin.de

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Visite | 25.08.2015 | 20:15 Uhr

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