Stand: 10.01.2017 13:01 Uhr  | Archiv

Mit Hafer Diabetes und Hautleiden lindern

Hafer ist nährstoffreicher als andere Getreidearten. Als Arzneipflanze wird Hafer zum Beispiel bei Diabetes und bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis eingesetzt. 40 Gramm Hafer enthalten fast acht Mikrogramm Biotin, 0,3 Milligramm Vitamin B1 (ein Viertel des Tagesbedarfs) sowie 60 Milligramm Magnesium und mehr als zwei Milligramm Eisen. In 100 Gramm Haferflocken stecken so viel Zink wie in einem Steak und fast ein Milligramm Vitamin B6.

Diabetes: Haferkur senkt Insulindosis

Schon im Mittelalter war die heilende Kraft des Hafers bekannt und seit Jahrhunderten nutzt ihn auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), um Entgleisungen des Blutzuckerspiegels aufzufangen. Studien belegen, dass eine zweitägige Haferkur bei einer Zuckerkrankheit die Halbierung der Insulindosis ermöglicht. Die Haferkur soll die beim Altersdiabetes herabgesetzte Empfindlichkeit der Zellen auf Insulin wieder verbessern, sodass der Körper selbst wieder weniger Insulin benötigt, um den Zuckerhaushalt zu organisieren.

Haferkur nur mit ärztlichem Rat

Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass der Körper Zucker überhaupt verarbeiten und als Energielieferant nutzen kann - es hat aber auch eine nicht zu unterschätzende Nebenwirkung: Hunger. Viele insulinbedürftige Diabetes-Patienten nehmen deshalb an Gewicht zu. Mit weniger Insulin können sie viel leichter abnehmen. Diabetiker sollten aber vor einer Haferkur unbedingt mit ihrem Arzt sprechen, damit sie nicht Gefahr laufen, eine Unterzuckerung auszulösen.

Abnehmen mit einer Haferkur

Eine Haferkur ist auch für übergewichtige Patienten geeignet, die nicht an Diabetes leiden. Mit welchem Mechanismus der Hafer den Zuckerstoffwechsel beeinflusst, ist bislang nicht geklärt. Sicher ist, dass die Kohlenhydrate des Hafers langkettig sind und nur langsam vom Körper in einzelne Zuckermoleküle aufgespalten werden können. Daraus resultiert ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl.

Hafer senkt Cholesterinspiegel

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die im Hafer enthaltenen Ballaststoffe, die sogenannten Beta-Glucane, im Darm vorhandene Gallensäure binden und so den Stoffwechsel verbessern. Studien zeigen, dass Hafer so auch den Cholesterinspiegel im Blut senkt. Ergänzt wird diese Wirkung durch ein hafereigenes Antioxidans, das Avenanthramid. Es verhindert die Oxidation des LDL-Cholesterins, das für Ablagerungen in den Blutgefäßen (Arteriosklerose) verantwortlich ist.

Hafer stärkt die Abwehrkraft

Zudem unterstützen Beta-Glucane spezielle Abwehrzellen, sogenannte neutrophile Granulozyten. Und: Menschen, die zwei oder mehr Portionen Vollkornprodukte pro Tag essen, haben ein um etwa 20 Prozent niedrigeres Risiko für Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt. Für ein gesundes Hafer-Müsli kleingeschnittene Äpfel oder Blaubeeren, Haferflocken und Chiasamen (enthalten viel Omega 3-Fettsäuren) mit Hafermilch mischen.

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Hilfe für die Haut

Zur Linderung von Psoriasis und Neurodermitis ist besonders Junghafer gut geeignet, der vor der Blüte geerntet wird. Bei gereizter Haut hilft eine Gesichtsmaske, die aus feinstgemahlenen Haferflocken, Heilerde und gemahlenen Mandeln plus etwas Wasser zu einer schleimigen Konsistenz angerührt wird: Die Maske wirkt entzündungshemmend, die Heilerde hat zudem einen leichten Peeling-Effekt und die Mandeln versorgen die Haut mit wertvollem Mandelöl.

Ein Badesud aus Haferstroh wirkt beruhigend und lindert Juckreiz bei entzündeter Haut. Wem das Selbermachen zu anstrengend ist, der findet auch in der Apotheke Hautcremes und Badezusätze auf Haferbasis.

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Visite | 10.01.2017 | 20:15 Uhr

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