Stand: 27.08.2018 13:35 Uhr

Mini-Schlaganfall erkennen und behandeln

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Auf eine vorübergehende transitorische ischämische Attacke kann ein schwerer Schlaganfall folgen.

Eine leichte Lähmung in der Hand, ein Taubheitsgefühl im Bein, plötzlich Probleme beim Sprechen oder ein kurzfristiger Blackout: Sogenannte transitorische ischämische Attacken (TIA) können Vorboten eines schweren Schlaganfalls sein und sind ein Notfall, den man unbedingt ernst nehmen muss - auch wenn die Symptome nach wenigen Minuten wieder verschwinden. Denn das Risiko für einen schweren Schlaganfall ist in den Tagen nach einer TIA stark erhöht.

Ein Modell eines Gehirns.

Mini-Schlaganfall erkennen und behandeln

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Probleme beim Sprechen oder leichte Lähumgen können Vorboten eines schweren Schlaganfalls sein. Wie erkennt man transitorische ischämische Attacken? Und wie behandelt man sie?

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Überwachung auf Spezialstation sinnvoll

Betroffene sollten auch bei vorübergehenden Symptomen mindestens drei Tage lang möglichst auf einer Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) überwacht werden. Dort werden eventuell vorhandene Blutgerinnsel mit blutverdünnenden Medikamenten aufgelöst.

Vorsicht bei vorübergehendem Sehverlust

Kommt es bei einer transitorischen ischämischen Attacke zu einem kurzfristigen Sehverlust, sollten Betroffene unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Dabei handelt es sich um eine Durchblutungsstörung im Sehzentrum (Amaurosis fugax). Anschließend erleiden 20 Prozent der Betroffenen einen Schlaganfall.

Ursache der Amaurosis fugax kann zum Beispiel eine verengte Halsschlagader sein, in der sich kleine Blutgerinnsel bilden, die ins Gehirn gelangen können. Mit einem Stent, der die Halsschlagader offenhält, und Blutverdünnern lässt sich die Gefahr in der Regel beseitigen.

Schnelle Behandlung nach TIA ist entscheidend

Sollte es in den Tagen nach der TIA zu einem schweren Schlaganfall kommen, muss sofort der Notarzt gerufen werden, um den Betroffenen ohne Zeitverlust in die nächste dafür ausgerüstete Klinik zu bringen. Wird der Schlaganfall innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach dem Auftreten der Symptome behandelt, lassen sich bleibende Schäden verringern und oft sogar ganz verhindern.

Schnell-Check Schlaganfall

  • Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Ist das Gesicht dabei einseitig verzogen, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin. Das ist ein Hinweis auf eine Durchblutungsstörung im motorischen Zentrum des Gehirns.

  • Bitten Sie den Betroffenen, die Augen zu schließen, die Arme nach vorn zu strecken und die Handflächen nach oben zu drehen. Wenn die Arme nicht gleichzeitig gehoben und die Handinnenflächen nach oben gedreht werden können, also sinken und sich drehen, deutet auch das auf eine Störung der Motorik hin.

  • Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen? Versteht die Person die Aufforderung nicht? Das Sprachzentrum im Gehirn kann dann betroffen sein.

Sprechen die Symptome für eine TIA oder einen Schlaganfall, gilt es keine Zeit zu verlieren: Sofort den Notruf 112 wählen, um eine schnellstmögliche Diagnostik und Behandlung sicherzustellen!

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Experten zum Thema

Priv.-Doz. Dr. Dr. Lars Marquardt, Chefarzt
Neurologie und Neurogeriatrie
Asklepios Klinik Wandsbek
Alphonsstraße 14, 22043 Hamburg
Tel. (040) 18 18-83 16 13
www.asklepios.de

Dr. Gabriele Bender, Ärztliche Direktorin und Leitende Ärztin der Neurologie
RehaCentrum am UKE
Martinistraße 66, 20246 Hamburg
(040) 25 30 63-0
www.rehahamburg.de

Weitere Informationen
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Schulstraße 22, 33311 Gütersloh
Service- und Beratungszentrum
(05241) 97 79-0
www.schlaganfall-hilfe.de

Kompetenznetz Schlaganfall
Charité Campus Mitte
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
www.kompetenznetz-schlaganfall.de

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Visite | 28.08.2018 | 20:15 Uhr

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