Stand: 02.08.2019 12:10 Uhr

Hüfte: Therapien bei Schleimbeutelentzündung

Stechen, Ziehen, Schmerzen in der Hüfte, sowohl beim Sitzen, Aufstehen, Gehen und auch nachts: Hinter diesen Beschwerden kann sich eine sogenannte Bursitis verbergen, eine Entzündung der Schleimbeutel in der Hüfte. Die kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Puffer zwischen Knochen und Sehnen haben die Aufgabe, die Reibung bei der Bewegung des Gelenks zu vermindern. Schleimbeutel gibt es überall im Körper, wo Gewebeschichten stark gegeneinander verschoben werden. Sie bilden eine Gleitschicht aus lockerem Bindegewebe und Schleimhaut. Entzündet sich - zum Beispiel aufgrund einer Fehlhaltung - ein Schleimbeutel und schwillt an, wird es schmerzhaft.

Arzt und Patientin

Hüfte: Was hilft bei Schleimbeutelentzündung?

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Schleimbeutel schützen die Gelenke und sorgen dafür, dass Muskeln und Sehnen über Knochenvorsprünge gleiten. Entzünden sich die Gelenkpuffer, ist dies äußerst schmerzhaft.

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Häufig ist die Hüfte betroffen

Besonders häufig ist der Schleimbeutel auf dem "großen Rollhügel" an der seitlichen Hüfte betroffen, der die Beweglichkeit einer starken Sehnenplatte über dem Oberschenkelknochen ermöglicht. In der Regel macht eine solche Entzündung durch einen dauerhaften Schmerz im äußeren Hüftbereich auf sich aufmerksam. Ursache können zum Beispiel zurückliegende Stürze, eine Fehlstellung des Hüftgelenks, des Beckens oder auch X-Beine sein. Ist das Becken verdreht und kippt zu einer Seite, erhöht sich hier die Spannung auf die Sehnenplatte. Das kann zu einer Überbelastung und Entzündung des Schleimbeutels führen. Auch eine chronische Überbelastung, zum Beispiel durch langes Sitzen mit übergeschlagenen Beinen, kann zu einer Bursitis führen. Verschlimmert wird das Problem nicht selten durch die Schonhaltung, die schmerzgeplagte Patienten oft über lange Zeit einhalten und die den ganzen Bewegungsapparat aus dem Gleichgewicht bringt.

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Wie behandelt man eine Schleimbeutelentzündung?

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Eine Schleimbeutelentzündung an der Hüfte kann sehr schmerzhaft sein. Wie lässt sich die Entzündung behandeln? Orthopädin Professor Dr. Gabriela von Lewinski informiert. Video (05:34 min)

Gründliche Untersuchung notwendig

Die richtige Diagnose bringt eine gründliche Untersuchung mit Abtasten der Hüfte, selten sind Ultraschall und Kernspintomografie nötig, um den entzündeten Schleimbeutel zu entdecken. Entscheidend ist, dass herausgefunden wird, warum der Dauerdruck auf dem Schleimbeutel lastet und warum so ein starker Zug auf der Sehnenplatte entsteht. Nur wenn der Druck vom Schleimbeutel genommen wird, kann er langfristig heilen.

Operation nur selten erforderlich

Kälte- und Wärmeanwendungen und entzündungshemmende Spritzenkuren können die Schmerzen lindern. Eine operative Entfernung des entzündeten Schleimbeutels (Bursektomie) ist nur selten notwendig. Die Operation ist nicht einfach, denn dabei kann der Chirurg auch umliegende Strukturen verletzen. Er muss nicht nur den entzündeten Schleimbeutel entfernen, sondern das ganze Gewebe glätten und eine neue Gleitfläche schaffen.

Geduld und Schonung sind gefragt

Liegt die Ursache der Bursitis in einer dauerhaften Fehlhaltung durch eine Beinlängendifferenz oder einer Fehlstellung der Beine, sollte diese mit orthopädischen Einlagen ausgeglichen werden. Ein verdrehtes Becken kann mit manualtherapeutischen oder osteopathischen Handgriffen wieder gerichtet werden. Um den direkten Druck auf die Schleimbeutel zu verringern, sollten Patienten mit einer Bursitis vermeiden, ihre Hüfte wiederholt zu beugen, über längere Zeit zu sitzen oder zu stehen und auf der Seite zu schlafen. Geduld und Schonung sind gefordert, denn entzündete Schleimbeutel erholen sich nur langsam.

Gezielte Übungen können helfen

Nach ausreichender Schonung und Medikamenten können Patienten anschließend, nach Anraten ihres Arztes, mit gezielten Bewegungsübungen Verklebungen lösen und die Beweglichkeit der Hüfte verbessern.

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Schleimbeutel: Ursache für Entzündung finden

Eine Schleimbeutelentzündung an Ellenbogen, Knie oder Hüfte kann sehr schmerzhaft sein. Mit der richtigen Therapie lässt sich eine Operation oft vermeiden. mehr

Experten zum Thema

Prof. Dr. Gabriela von Lewinski, Leitende Oberärztin
DIAKOVERE Annastift Department Endoprothetik
Anna-von-Borries-Straße 1-7
30625 Hannover
(0511) 53 54-333
www.diakovere.de

Dr. Oliver Brinker, D.O. (DAAO),
Facharzt für Orthopädie und Allgemeinmedizin, Schwerpunkt Osteopathie
Praxis Felsenburg - Schwerpunktpraxis für Osteopathie
Kopperpahler Allee 39
24119 Krohnshagen
(0431) 670 75 97
www.osteopath-kiel.de

Prof. Dr. Carsten Perka, Ärztlicher Direktor
Centrum für Muskulo Skeletale Chirurgie der Charité Berlin (CMSC)
Klinik für Orthopädie
Charité Universitätsmedizin Berlin - Campus Charité Mitte
Charitéplatz 1
10117 Berlin
cmsc.charite.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 06.08.2019 | 20:15 Uhr

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