Stand: 20.09.2016 09:36 Uhr  | Archiv

Grasmilben - Lästige Larven lauern im Gras

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Die Herbstgrasmilbe gehört zu den Spinnentieren. Bisse der Larven können starke Beschwerden auslösen.

Die Herbstgrasmilbe gehört zu den Spinnentieren, sie wird auch Herbstmilbe, Herbstgrasmilbe, Erntemilbe oder Herbstgraslaus genannt. Während die ausgewachsenen, etwa drei Millimeter großen Tiere unterhalb der Erdoberfläche leben und nicht beißen, sind ihre winzigen Larven umso aggressiver: Sie sind nur 0,2 Millimeter groß, können sich aber schnell bewegen. Ihre Bisse können stärkere Beschwerden verursachen als Mückenstiche.

Bisse der Larven können allergische Reaktionen hervorrufen

Auf Grashalmen lauern die Larven auf vorbeikommende Wirte, Menschen und Tiere, an denen sie sich festbeißen können, um Zellsäfte zu saugen. Streift man eine Herbstgrasmilbenlarve mit dem Fuß ab, läuft sie schnell die Beine hinauf - auf der Suche nach einer feuchtwarmen Stelle mit dünner Haut. Häufig findet sie an Kniekehlen, Leisten, im Schambereich und in den Achseln eine geeignete Stelle, wo sie sich in der oberen Hautschicht festbeißt. Dort injiziert sie Enzyme, die die Haut aufweichen, damit sie den Zellsaft und die Lymphe aufsaugen kann. Viele Menschen reagieren auf diese Bisse mit einer Entzündung oder allergischen Reaktionen.

Typisch sind viele kleine Bisse direkt nebeneinander. Da die Quaddeln erst ungefähr 24 Stunden nach dem Biss auftreten und sich die Tiere dann schon nicht mehr am Körper befinden, weiß man häufig nicht, wer für den Stich verantwortlich ist und verdächtigt zu Unrecht völlig unbeteiligte Insekten. In ihrer Not greifen viele Gartenliebhaber beim Rasenmähen zu Einmal-Schutzanzügen. Auch eine lange Hose und ein zusätzlicher Mückenschutz können ein bisschen helfen. Gegen den Juckreiz hilft ein heißer Löffel, der schnell auf die Biss-Stelle gedrückt wird. Auch ein sogenannter Anti-Bite-Hitzestab kann helfen.

Grasmilben übertragen keine Krankheiten

Einziger Trost: Gefährlich sind die Bisse nicht, denn die Grasmilbenlarven übertragen keine Krankheiten. Ist der Juckreiz nicht mehr auszuhalten, können eine Kortison-Salbe oder eine Antihistamin-Tablette helfen. Vorsicht: Werden die Stiche aufgekratzt, kann es zu schlimmen Entzündungen kommen. Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf die Milbenbisse. Einige haben überhaupt keine Reaktion, bei anderen juckt es tagelang. Wer besonders empfindlich ist, kann sogar ein leichtes Fieber entwickeln.

Den Garten milbenfrei halten

Gartenbesitzer sollten versuchen, den Milben ihren Lebensraum zu nehmen und jeglichen Kontakt zu vermeiden. Das heißt: den Rasen mehrmals wöchentlich mähen und täglich wässern - so werden die Larven einfach weggespült. Milben halten sich bevorzugt dort auf, wo sie viele Wirte finden. Ihre Lieblingswirte sind Mäuse, Vögel, Hunde und Katzen. Bekämpft man die Milben und lässt dann Haustiere nicht durch den Garten streifen, hat man bessere Chancen, die Milben loszuwerden. Ist der Befall auf eine oder wenige Stellen begrenzt, kann man auch kochendes Wasser ausgießen oder mit Niem- oder Rapsöl sprühen. Um den ganzen Garten milbenfrei zu bekommen, muss man aber auf den Nachtfrost warten - den überleben die Tiere nicht.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Mark Maraun, Milben-Experte
J.F. Blumenbach Institut für Zoologie und Anthropologie
Georg-August-Universität Göttingen
Berliner Straße 28, 37073 Göttingen
Internet:www.uni-goettingen.de/de/maraun-mark-/109123.html

Priv.-Doz. Dr. Timo Buhl, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Allergologie
Abteilung Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsmedizin Göttingen
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
Internet: www.dermatologie.med.uni-goettingen.de

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Visite | 20.09.2016 | 20:15 Uhr

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