Stand: 29.11.2016 22:14 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Schulterschmerzen

Ralf Oheim im Gespräch
Dr. med. Ralf Oheim hat Fragen zum Thema Schulterschmerzen im Chat beantwortet.

Jeder Zehnte in Deutschland leidet unter Schulterschmerzen. Gründe können zum Beispiel Entzündungen, Verschleiß oder Verletzungen sein. Ärzte suchen anhand von Bewegungstests und bildgebenden Verfahren nach der Ursache, um so gezielt behandeln zu können. Oft ist eine verengte Schulter der Schmerzverursacher.

Der Orthopäde und Unfallchirurg Dr. med. Ralf Oheim hat Fragen zum Thema beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Unbekannt: Wann operiert man eine Kalkschulter?

Dr. med. Ralf Oheim: Die begleitende Entzündungsreaktion ist häufig das Problem. Wenn die Beschwerden immer wiederkehren beziehungsweise konservativ nicht zu beherrschen sind, kann man eine OP erwägen. Die Größe des Kalkdepots ist dabei von untergeordneter Bedeutung.

Unbekannt: Bei mir ist der Schleimbeutel am Schlüsselbein vorne entzündet. Was kann ich tun?

Oheim: Die Entzündung kann man mit entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR) beziehungsweise mit Spritzen behandeln. Daneben sind die im Beitrag dargestellten Übungen hilfreich und wichtig.

Verena: Was kann ich bei einer Bizepssehnenentzündung machen?

Oheim: Sehnenentzündungen können sehr langwierig sein. Wichtig ist, auszuschließen, dass eine Instabilität der Sehne oder des Sehnenankers vorliegt. Ansonsten stehen auch hier die schulterstabilisierenden Übungen im Vordergrund.

Unbekannt: Ich habe seit mehreren Wochen starke Schmerzen in der linken Schultermuskulatur, die sich trotz Massagen und Krankengymnastik und gleichzeitiger Einnahme von Ibuprofen nicht verringern. Welchen Facharzt könnte ich nun konsultieren?

Oheim: Zunächst am ehesten einen Orthopäden/Unfallchirurgen. Eine weiterführende bildgebende Diagnostik sollte nach der Untersuchung eingeleitet werden.

Reinhard: Welche Möglichkeiten gibt es, um eine SSP-Sehnenentzündung zu behandeln?

Oheim: Einerseits entzündungshemmende Therapie (vor allem NSAR). Darüber hinaus möglichst die Sehnenreizung vermeiden (schmerzauslösende Bewegung vermeiden) und die Schulter stabilisieren (Kräftigung der Innen- und Außenrotation).

Frau Stauber: Ich habe eine Frozen Shoulder in der zweiten Phase von drei. Während der ersten Phase habe ich Kortisontabletten bekommen (dreimal Stoßtherapie à vier Wochen). Das hat mir den meisten Schmerz genommen und die Schulter ist etwas aufgetaut. Nun scheint es zu stagnieren. Ist eine weitere Kortisongabe sinnvoll?

Oheim: Wenn wieder die Schmerzen im Vordergrund stehen, kann man das erwägen. In aller Regel geht es nun aber um die Verbesserung der Beweglichkeit, dabei ist das Kortison nicht wirklich hilfreich. Nun ist vor allem die intensive krankengymnastische/manualtherapeutische Beübung sinnvoll und notwendig.

Achim: Welche Folgen kann ein entfernter Schleimbeutel in der Schulter haben?

Oheim: Die Entfernung des Schleimbeutels ist ohne funktionelle Einbußen gut machbar. In aller Regel bildet sich ohnehin ein Ersatzgewebe.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 29.11.2016 | 20:15 Uhr

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